Nach dem Abriss: "Anker"-Fläche soll Platz für Wohnhäuser bieten

Er hat gut ein Jahr lang für den Fortbestand des ehemaligen Landhotels gekämpft. Das Gebäude abreißen zu lassen, war für Andreas Brock die letzte Option. Wie's weitergeht.

Theuma.

Andreas Brock hat ein Faible für alte Gasthöfe. Deshalb ließ der gebürtige Plauener einen solchen im Jahr 2004 zum Wohnhaus ausbauen. Jetzt lebt der 43-Jährige dort mit seiner Familie - im Treuener Ortsteil Hartmannsgrün.

Der Mann hat das frühere Landhotel "Zum Anker" in Theuma gekauft sowie das Grundstück, auf dem die einstige Traditionsgaststätte steht. 100.000 Euro haben Brock die 4000 Quadratmeter Boden nebst Gebäude gekostet. Ursprünglich sollte er mehr berappen, doch das mitverbaute Asbest galt als Preisbremse. Die Investition habe er riskieren wollen, sagt der selbstständige Unternehmer.

Den Abrissbagger anrücken zu lassen, das sei allerdings nicht von Beginn an sein Anliegen gewesen. Doch ihm sei keine andere Wahl geblieben: "Es ist sehr schade. Aber über ein Jahr lang habe ich, auch zusammen mit der Gemeinde, nach einer anderen Lösung gesucht."

Beim Vor-Ort-Termin erzählt Brock von den Ideen, die man hatte, um den einst überregional bekannten Tanztempel zu retten. Mehr als 100 Jahre prägte er das Theumaer Ortsbild. Eine Variante sei gewesen, zusammen mit dem Vogtlandkreis eine Unterkunft für minderjährige Mütter zu etablieren. Aber das klappte nicht. Ebenso wurde man sich nicht einig, ein Multifunktionshaus zu etablieren, in dem etwa eine Arztpraxis und eine Art Pausenversorgung sowie Gästezimmer untergebracht sind. "Was wäre da für ein Platz vorhanden gewesen", so Brock über die üppigen Räumlichkeiten.

Während Brock von all dem berichtet, greift der Bagger der Oelsnitzer Firma Ebersbacher mit Riesenschaufeln Holzbalken aus den Schuttbergen, trennt säuberlich. Wobei "sauber" hier nur im übertragenen Sinn gemeint sein kann, denn ein Haus abzureißen, das bedeutet enormen Dreck. Eine Staubschicht legt sich über alles. Seit Wochenbeginn geht das so und wird wohl auch noch ein paar Tage dauern. Ein Gebäude in der Größe des "Anker" kann nicht mal nebenbei dem Erdboden gleich gemacht werden.

Aus der von Schmutz durchsetzten und von Lkw-Reifen lädierten Erde wird bei Regen Matsch. Neugierige hindert das nicht, irgendwie durch den Bauzaun hindurch aufs Gelände zu gelangen. Eine Frau fragt, ob sie sich Holzabfälle mitnehmen dürfe. "Zum Heizen", sagt sie, und weil eine Dachreparatur anstehe. Brock ist das egal. Für die Entsorgung ist ohnehin das Abrissunternehmen verantwortlich. Doch in seinen Augen denken einige Leute zu kurzfristig. Bevor das uralte Holz transportiert und bearbeitet sei, könne man sich neues besorgen.

Wie es nach dem Abriss des Traditionshauses auf dem Gelände weitergeht? "Zunächst ist ein Wohnhaus geplant, das wohl im nächsten Jahr gebaut wird", so Brock. Dies solle dann als Musterhaus dienen, und wenn es gut läuft, dann könnten bald noch weitere folgen.

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