Nach Eingemeindung von Reuth hat Weischlitz 1000 Bürger mehr

Mit der Eingliederung von Reuth am 1. Januar ist der Weischlitzer Gemeinderat auf "Klassenstärke" angewachsen. Kommenden Montag versammeln sich 30 stimmberechtigte Räte erstmals gemeinsam in der Südscheune.

Weischlitz.

Die Zeiten, als sich maximal 19 stimmberechtigte Räte im Weischlitzer Ratssaal versammelten, sind vorerst vorbei. Mit der Eingliederung von Reuth nach Weischlitz kommen elf neue Gemeinderäte dazu. Den Rathaus-Chef mitgerechnet, sind ab jetzt 30 Räte stimmberechtigt. Aus Platzgründen wird sich der Gemeinderat ab sofort immer in der Südscheune versammeln. Bis zu den Neuwahlen des Rates im Jahr 2019 muss Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler Weischlitz) mit dem auf "Klassenstärke" angewachsenen Gremium klarkommen.

So neu ist die Situation für ihn allerdings gar nicht. Als vor sechs Jahren die Burgsteingemeinde nach Weischlitz eingegliedert wurde, war die Situation ähnlich. Vor der Ratssitzung am Montagabend gibt sich Raab betont locker. "Das kriegen wir schon hin." In den Arbeitskreisen, die zu der Eingliederungs-Vereinbarung führten, habe er stets ein gutes Gefühl gehabt. Die Gespräche mit den Vertretern aus Reuth seien ergebnisorientiert verlaufen. "Es ging mit wenig Polemik immer um die Sache", blickt Raab zurück.

Zur ersten gemeinsamen Gemeinderatssitzung in der Südscheune wird auch Landrat Rolf Keil (CDU) erwartet. Er werde einen Fördermittelbescheid vom Freistaat im Gepäck haben, verrät Raab. Es handele sich dabei um einen Ausgleich, der die finanziellen Belastungen der Gemeinde aufgrund der Eingliederung abfedern soll. Um welche Summen es sich konkret handelt, lässt Raab noch offen.

Mit der Eingemeindung übernimmt Weischlitz auch die Schulden der ehemaligen Nachbargemeinde. Es geht um die Größenordnung von rund 1,1 Millionen Euro. Raab verfolgte das Dilemma über Jahre. "Reuth stand am Abgrund." Jetzt müsse man alles mit Bedacht neu ordnen. Der Bürgermeister hat die Prioritäten fest im Blick. "Bis spätestens April wollen wir einen gemeinsamen Haushalt beschließen."

Das Gemeindegebiet umfasst nun eine Fläche von rund 122 Quadratkilometern. Seit Inkrafttreten der Vereinbarung gehören knapp 6000 Einwohner zur Gemeinde Weischlitz - etwa 1000 mehr als bisher. Im Zuge der Eingliederung sind fünf Straßen in Reuth und drei Straßen in Weischlitz namentlich geändert worden. Davon betroffene Bürger sind aufgerufen, dies im Laufe des Jahres im Personalausweis eintragen zu lassen. Zudem muss in Reuth ein Ortschaftsrat gewählt werden. Aus praktischen Gründen soll dies zur Bundestagswahl im September dieses Jahres geschehen. Die Reuther sind in Weischlitz gut vertreten. Aus dem Ort stammen drei aktuelle Gemeinderäte.

Was das Personal der ehemaligen Gemeinde Reuth betrifft, wird sich kaum etwas ändern, bestätigt Raab. Die beiden Mitarbeiterinnen, die in der Gemeindeverwaltung an der Mißlareuther Straße tätig waren, arbeiten jetzt im Weischlitzer Rathaus. Perspektivisch soll der einstige Verwaltungssitz in Reuth verkauft werden. "Momentan sichten wir dort noch Akten." Seit 2000 hatte es zwischen Weischlitz und Reuth eine Verwaltungsgemeinschaft gegeben.

Übernommen werden außerdem zwei Beschäftigte vom Bauhof sowie neun Mitarbeiterinnen aus der integrativen Kindertagesstätte "Zwergenland". Dort ist die Stelle für eine neue Leiterin ausgeschrieben.

Und die Ortsfeuerwehren? Die sollen ebenfalls zusammengeführt werden. "Keine Wehr wird geschlossen", versichert Raab. "Es geht um eine sinnvolle Zusammenführung." In Weischlitz steht Ende dieses Jahres ohnehin die Wahl einer neuen Wehrleitung an.

Service Die erste gemeinsame Gemeinderatsitzung in Weischlitz beginnt am Montag, 19 Uhr, in der Südscheune. Sie ist öffentlich.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...