Nach Handgemenge: Journalist widerspricht AfD-Darstellung

Der "Festgenommene" stellt den Vorfall aus seiner Sicht dar. Die AfD steht am Scheideweg: Eskalation oder Sachpolitik?

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Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

2020 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    5
    Steuerzahler
    20.07.2020

    @kgruenler: Das, was sie schreiben, ist richtig, aber eben nur die halbe Wahrheit. Es muss schon die Frage erlaubt sein, warum die heute herrschenden Parteien durch ihre Politik ein Erstarken der Rechten fördern und einen bemerkenswerten Teil der Bevölkerung zum Protest bewegen. Mit anderen Worten: Ursachenforschung und nicht pauschale Schelte sind angesagt, soll sich in diesem Land etwas ändern. Objektivität und nicht Unterstützung eines Mainstreams sowie Gleichbehandlung, die nicht mit Gleichmacherei zu verwechseln ist.

  • 7
    5
    nevidimka
    20.07.2020

    @MuellerF
    Das jeder jeden ungefragt fotografieren darf, nur weil sich der Fotografierte auf einer öffentlichen Veranstaltung befindet, ist so pauschal nicht richtig. Es ist eine Rechtsgüterabwägung, die im Einzelfall durchgeführt werden muss.

  • 8
    10
    kgruenler
    19.07.2020

    So hat das Unheil schonmal seinen Lauf genommen. Erst wurden alle unliebsamen Kritiker diskreditiert, später von braunen Schlägertrupps aufgemischt und kaum waren die braunen Nationalisten an der Macht, wurde zensiert, gleichgeschaltet und Gegner umgebracht. Die damaligen sogenannten "Feinde Deutschlands" werden auch heute wieder als solche diffamiert, sprich die Gewerkschafter, die Künstler, die freie Presse (ich meine nicht die "Freie Presse"), Politiker demokratischer Parteien usw.. Damals gab dann Publikationen wie Stürmer usw. die bewusst hetzen und Falsche Wahrheiten ("Fake News") verbreiteten, so wie heute Compact, Junge Freiheit etc. pp., damals hat man die Demokratie der Weimarer Republik ausgelacht, weil man sie mit Ihren eigenen Mitteln, sprich einer Wahl, geschlagen hat und dann mittels Steigbügelhalter aus der bürgerlichen Mitte (Zentrumspartei) an die Macht gekommen ist.
    Und was passiert heute? "History repeating", die Geschichte wiederholt sich. Und zwar exakter, als das zu befürchten war.
    Die lachenden ultrakonservativen Nationalisten erscheinen jetzt im kornblumenblau (eine historische Anspielung), zitieren diejenigen von einst, welche die Weimarer Republik bereits ausgelacht haben und veranstalten noch einmal exakt den gleichen Mummenschanz wie vor 90..95 Jahren. Sogar die Steigbügelhalter stehen bereits bereit, zwar vor 70 Jahren gegründet, aber nach eigener Aussage in Tradition der Zentrumspartei von einst. Und das merkt man, wird zwar von oben herab behauptet, nix mit den Blauen zu tun zu haben, aber die Basis in den Kommunalparlamenten arbeitet schon jetzt lieber mit noch rechteren Gesellen zusammen, als einmal Politik für Menschen machen zu müssen.
    Der Vorfall nahe beim Lochbauer zeigt, dass man inzwischen jegliche Scheu und Zurückhaltung verloren hat. Das System ist inzwischen an allen wichtigen und relevanten Stellen von Sympathisanten und Handlangern durchdrungen, so dass man keine Angst mehr vor Justiz und Behörden haben muss, weil eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
    Auch wenn die Umfragewerte für die ultrarechten deutlich nach unten zeigen, ist das kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen, denn es gibt genügend bildungsfernes Klientel, was auf den populistischen Nonsens reinfällt und denkt, mit "Protestwahl" kann man den etablierten was zeigen, in Wirklichkeit wählen die Schafe ihren eigenen Schlachter.

  • 10
    8
    mops0106
    19.07.2020

    @nevidimka: Das an den Pranger stellen unerwünschter Personen ist auch auf Twitter leider üblich geworden. Das zeigt, wie schmal der Meinungskorridor in unserem Land geworden ist und dass es wieder ein (gefördertes) Denunziantentum gibt.

  • 11
    15
    MuellerF
    19.07.2020

    "Dass es sich um Presse handelte, war nach Wortlaut der Filmaufnahmen nicht zu erkennen. Wollte sich nicht ausweisen. Behauptete lediglich zu Presse sein."

    Das spielt alles keine Rolle! Eine öffentliche Veranstaltung darf auch von Privatpersonen ohne berufliches Interesse gefilmt/ fotografiert werden!

  • 10
    11
    nevidimka
    18.07.2020

    @DS91
    Die bisher bekannten Fakten und das Verhaltens des selbsternannten Journalisten vor/während/nach dem Vorfall lassen mich zweifeln, ob Journalisten so arbeiten.

    Da steht ein maskierter Mann allein am Zaun mit Ausrüstung, um irgendwo hinaufklettern zu können, und filmt und fotografiert. Angeblich trägt er die Maske wegen Corona. Die Begründung ist unglaubwürdig, angesichts der Anfangssituation und seines eigenen Bemühen anonym zu bleiben. (Er selbst ist auf seinen Aufnahmen unkenntlich gemacht worden.)

    Dass es sich um Presse handelte, war nach Wortlaut der Filmaufnahmen nicht zu erkennen. Wollte sich nicht ausweisen. Behauptete lediglich zu Presse sein.

    Die Polizei nimmt den Fall auf und gibt bekannt wegen Nötigung und Körperverletzung zu ermitteln. Nimmt zur Beweissicherung den SD-Karten-Speicher vorerst in Verwahrung.

    Trotzdem erscheinen danach auf Youtube, Twitter und "seiner" Webseite Ton und Bildaufnahmen, wo bis auf er selbst, niemand unkenntlich gemacht wurde. Das hat zur Folge, dass die dort Abgebildeten - unabhängig ob beschuldigt oder nicht - mit Bild, Namen und Wohnort bei Twitter und auf seiner Webseite an den Pranger gestellt werden. Das wäre gar nicht notwendig. Die Polizei hatte die Personalien der Beschuldigten schon aufgenommen. Als Geschädigter kann er mithilfe eines Anwalts Akteneinsicht nehmen und erfährt somit die Namen der Beschuldigten (umgekehrt gilt das auch).

  • 17
    15
    DS91
    18.07.2020

    @frankjac

    Die AFD sorgt selbst für Ihre negativen Schlagzeilen.

  • 11
    18
    Kastenfrosch
    18.07.2020

    "Es ist schon traurig mit welchen Argumenten einige AFD-Sympathisanten die Schuld bei der Presse suchen."

    Es würde mich nicht wundern, wenn man demnächst voller Überzeugung kundtut, dass ein Kreis auch nichts anderes als ein Achteck ist. Weil nicht sein kann was nicht sein darf.

  • 15
    20
    frankjac
    18.07.2020

    "Der "Festgenommene" stellt den Vorfall aus seiner Sicht dar." - Was soll er auch sonst machen? Zugeben, dass er als "Journalist" zu der AfD-Veranstaltung war um dort möglichst viele negative Ereignisse festzuhalten und wenn nicht möglich dann welche zu provozieren?

  • 9
    14
    nevidimka
    18.07.2020

    Nach dem Besuch der Webseite, die die Arbeiten des selbsternannten Journalisten verbreitet, darf man sich fragen, was davon halten soll. Impressum? Presserechtliche Angaben? Dafür ausländischer Webseiten-Registrar.

    Die dort veröffentlichten "Bilder der “entspannten” öffentlichen AfD-Kundgebung, die der Journalist noch unmittelbar vor dem Angriff durch die AfD-Mitglieder anfertigen konnte", dürften es schwer haben, auf Grundlage des Presserechts die damit verbundenen Verletzungen des Persönlichkeitsrechts zu rechtfertigen. Man sieht Menschen am Tisch sitzen, ohne dass der Veranstaltungscharakter deutlich wird. Dafür sind mehrere Personen deutlich erkennbar, wie sie lediglich am Tisch sitzen, essen und trinken.

  • 22
    19
    Lesemuffel
    18.07.2020

    Ich will ja niemanden die Freude am AntiAfD-Bashing nehmen. Aber ich hätte den jungen Autor auch weggejagt, wenn er in mein Grundstück hinein filmt und falls er das nicht tut, die Polizei gerufen. Das ist alles zu diesem künstlich hochgespielten Ereignis, was zu sagen ist.

  • 11
    12
    nevidimka
    18.07.2020

    @MuellerF
    Nur weil etwas als öffentlich gilt hat man noch lange keine Drehgenehmigung. Im öffentlichen Freibad gilt nicht selten ein Verbot aller Aufnahmen.

    Allerdings handelt es sich hier um eine politische Versammlung nach Versammlungsgesetz. Bei einer Veranstaltung in Inneren kann der Veranstalter trotzdem ein Aufnahmeverbot erlassen. Bei einer Veranstaltung unter freiem Himmel

  • 21
    18
    DS91
    18.07.2020

    Es ist schon traurig mit welchen Argumenten einige AFD-Sympathisanten die Schuld bei der Presse suchen.

  • 15
    13
    nevidimka
    18.07.2020

    @Lexisdark
    Auf Versammlungen gilt ein Waffenverbot. Darunter fallen auch Schutzwaffen. Es ist nicht erlaubt, mit Helm, Schild, Gasmaske... zu einer Versammlung zu gehen. Inwiefern Stahlkappenschuhe darunter fallen, klärt im Einzelfall ein Gericht.

  • 15
    19
    MuellerF
    18.07.2020

    "...Drehgenehmigung für wissentschaftliche Analysen vorab am besten mit dem Veranstalter in Verbindung setzt, um Mißververständnissen aus dem Weg zu gehen."

    Die Veranstaltung wurde als öffentlich beworben- da braucht man keine Drehgenehmigung!

    "Einfach mal den Wirt zu fragen, ist nun wirklich nicht besonders klug."

    Der Wirt hat das Hausrecht- natürlich ist es klug & auch höflich, ihn zu fragen, was man auf seinem Grundstück darf & was nicht.

    " Und welchen wissenschaftlichen Wert hat es eigentlich, eine für drinnen anberaumte Veranstaltung von außen zu filmen? "

    Man kann zB sehen, wer da ein & aus geht & evtl. mit Teilnehmern ins Gespräch kommen. Der wissenschaftliche Aspekt kam aber sicher zu kurz, weil eben die Redebeiträge zu Corona vom Journalisten nicht gehört, aufgenommen & analysiert werden konnten.

  • 21
    19
    Lexisdark
    18.07.2020

    Ich trage auch privat Schuhe mit Schutzkappe. Nicht von Aldi, eher von Engelbert Strauß, aber deswegen auf schlechte Absichten zu schließen ist eher krude. Genauso wie die Kommentare der AfD Fraktion hier, das war nicht deeskalierend, eher im Gegenteil. Aber eben auch typisch.

  • 23
    15
    mops0106
    18.07.2020

    "Bei solchen Terminen trage er 20-Euro-Aldi-Stahlkappenschuhe ebenso wie weitere Ausrüstung, um bei Gefahr flüchten und falls nötig auch irgendwo heraufklettern zu können."

    Aha.

  • 20
    21
    ths1
    18.07.2020

    Also ich weiß ja nicht, was man im Jura- bzw. Journalistikstudium heute so alles gelehrt bekommt. Aber Studierende dieser Fachrichtungen sollte eigentlich wissen, dass man sich zwecks einer Drehgenehmigung für wissentschaftliche Analysen vorab am besten mit dem Veranstalter in Verbindung setzt, um Mißververständnissen aus dem Weg zu gehen. Einfach mal den Wirt zu fragen, ist nun wirklich nicht besonders klug. Und welchen wissenschaftlichen Wert hat es eigentlich, eine für drinnen anberaumte Veranstaltung von außen zu filmen?

  • 26
    18
    DS91
    18.07.2020

    In den Video ist deutlich zu erkennen wie die AFD gehandelt hat. Zusätzlich hatte die AFD gestern nichts besseres zutun als den nächsten Journalisten (Herr Riedel) zu diskreditieren.
    Das Kommentar der AFD wurde glücklicherweise durch die FreiePresse gelöscht. Dennoch ist ein klarer Zusammenhang zu erkennen wie diese Leute mit der Presse umgehen. Einfach nur widerlich.

    Solidarität mit Journalisten

  • 32
    22
    MuellerF
    18.07.2020

    "aggressiv und schlagend"

    Humbug! Das Videomaterial zeigt deutlich, dass er immer wieder versucht, Abstand zwischen sich und die AfD-Leute zu bringen, die ihn jedoch weiter bedrängen.
    Und schlagen kann man sich ja auch so toll, während man gleichzeitig eine schwere Kamera handeln muss...die Beteilgten AfD-Leute möchten die Öffentlichkeit mal wieder für dumm verkaufen!