Nach Tod eines Imkers: Junger Mann übernimmt

Die Bienenvölker in der Plauener Westend-Siedlung haben eine Zukunft. Alexander Leipold hat sich ihrer angenommen. Er setzt damit ein großes Erbe fort.

Plauen.

In der Plauener Westendsiedlung pfeifen es die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern, dass die Bienenvölker des unteren Pachtlandes jetzt von einem neuen Imker betreut werden. Alexander Leipold heißt der Mann, der sich seit einigen Monaten um die verbliebenen sechs Völker kümmert.

Während der Siedlerverein Plauen Westend für Samstag zum großen Sommer-Apfelfest auf das obere Pachtland zwischen Schurigstraße und Blechschmidtweg einlädt, geht es auf dem unteren Pachtland zwischen Nach den Kiefern und Alte Straßberger Straße etwas ruhiger zu. Auf dem eingezäunten Gelände, einer vom Pfaffengut gepachteten Streuobstwiese, stehen verschiedene Obstbäume und eine Unterkunft für Bienen. Über viele Jahre hatte der Plauener Imker Günter Weidauer dort bis zu 20 Bienenvölker. Wegbegleiter des im Mai verstorbenen geschätzten Imkers erzählen, dass er einst über 200 Völker im Osten Deutschlands betreute und sogar zwei Rassen züchtete, die nicht stechen.

"Als man mich fragte, ob ich die Bienenvölker auf dem Pachtland betreuen würde, musste ich nicht lange überlegen", sagt Alexander Leipold. Vor drei Jahren hatte der heute 44-Jährige einen Imkerlehrgang bei Frank Hecker in Oberlauterbach absolviert und anschließend privat im eigenen Garten zwei Bienenvölker aufgebaut. "Natürlich ist die Imkerei mit Höhen und Tiefen verbunden, gerade am Anfang", weiß Leipold. Doch schnell lernte er, was die Bienen wirklich brauchen, um richtig guten Honig zu geben. "Drei bis vier der Völker auf dem Pachtland sind richtig stark und haben sogar schon Honig gegeben", erzählt Leipold.

Der jüngste Sohn des Plauener Naturfreundes Hans Leipold hat scheinbar die Naturverbundenheit mit in die Wiege gelegt bekommen und gibt sein Wissen schon jetzt gerne an die nächste Generation weiter. Ob im Kindergarten Spatzennest oder in der Neundorfer Grundschule, Alexander Leipold ist überall ein gern gesehener Gast, wenn er den Jüngsten alles Wichtige über Bienen erklärt. "Die Kinder müssen wissen, wie nützlich Bienen sind", betont er und freut sich, dass dies auch die Anwohner des unteren Pachtlandes so sehen und sich für den Erhalt des Standortes einsetzten. Der soll auch künftig nicht ausgebaut, sondern die vorhandenen Völker erhalten werden.

Drei bis vier Kilometer fliegen Bienen um ihren Standort herum. Das bedeutet, dass die Bienen des unteren Pachtlands in der Westendsiedlung sich nicht nur an der Apfel-, Pflaumen- und Kirschblüte der Streuobstwiese und den Obstbäumen der Anwohner des Pachtlandes laben, sondern durchaus auch die Felder Richtung Kobitzschwalde besuchen oder die Erlen und Weiden an der Elsteraue.

Bis zu 4000 Blüten sucht eine Arbeitsbiene am Tag auf. Zu einem Bienenvolk gehören 40.000 bis 60.000 Bienen, die in der Regel 35 bis 40 Tage alt werden, erklärt Alexander Leipold den wissbegierigen Mädchen und Jungen aus den Kindereinrichtungen im Plauener Ortsteil Neundorf. Am meisten allerdings freuen sich die kleinen Bienenfachleute immer auf Alexanders Joghurt mit frischem, leckeren Bienenhonig aus der Westendsiedlung.

Das Sommer-Apfelfest des Siedlervereins Plauen-Westend beginnt morgen, 14 Uhr. Besucher können sich auf dem Pachtland zwischen Schurigstraße und Blechschmidtweg auf Apfel- und Grillspeisen freuen. Ab 16 Uhr: Hundesportvorführung.

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