Naturschützer bauen im Vogtland die Krötenzäune auf

Um Amphibien vor dem sicheren Tod beim Überqueren von Straßen zu bewahren, entstehen jetzt an vielen Orten mobile Sperrzäune. Innerhalb der zurückliegenden zwei Jahre kamen im Vogtland zwei neue Standorte hinzu.

Plauen.

Es ist wieder so weit: Im Vogtland steht die Krötenwanderung bevor. Die Amphibien suchen ihre Laichgewässer auf, um sich fortzupflanzen. Auf ihrem Weg zum Teich ihrer Herkunft müssen sie oftmals Straßen überqueren und das bedeutet Lebensgefahr. Mobile und stationäre Zäune sollen verhindern, dass die Amphibien zu Tausenden überfahren werden. Während die stationären Anlagen keiner Betreuung bedürfen, müssen mobile Zäune Anfang März aufgebaut und nach Ende der Wanderung im April wieder abgebaut werden.

Zahlreiche Akteure, Naturschutzhelfer, das Umweltzentrum Oberlauterbach, Kommunen und Straßenmeistereien sind in die Hilfsaktionen für Amphibien eingebunden. Die Tiere treten immer im Frühjahr mit Beginn der ersten lauen und feuchten Nächte ihre Wanderung in Richtung Laichgewässer an. Vielerorts bauen Helfer in diesen Tagen an 25 Stellen im Vogtland Krötenzäune mit einer Gesamtlänge von fünf Kilometern auf, die im Fachjargon der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes mobile Leiteinrichtungen heißen. Daneben gibt es noch 20 stationäre Leiteinrichtungen, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit.

Je nach Witterungsverlauf beginnt die Krötenwanderung um den 15. März. "Sobald wir Nachttemperaturen von etwa acht Grad haben und eine regnerische Periode, geht es los", berichtet Andreas Borowski, der Werkstattleiter des Umweltzentrum Oberlauterbach, der in dieser Woche gemeinsam mit Helfern die ersten Zäune in der Nähe von Rotschau aufstellte. Der Aufbau beginne klimatisch bedingt im Unterland, also im Raum Reichenbach, und setze sich dann bis ins Obere Vogtland, Raum Klingenthal, fort. Innerhalb der zurückliegenden zwei Jahre kamen zwei neue Standorte hinzu, so eine Wanderstrecke in Bösenbrunn-Dröda, die bis dahin nicht bekannt war. Zusätzlich zur stationären Anlage am Hauptmannsgrüner Mühlteich ermitteln ehrenamtliche Naturschutzhelfer mittels einer mobilen Anlage die Anzahl der wandernden Arten.

An den mobilen Zäunen müssen während der Wanderung meist ehrenamtliche Naturschutzhelfer täglich die eingegrabenen Eimer leeren, in denen sich die Kröten durch Hineinfallen sammeln. Die Helfer tragen die Tiere über die Straße und bringen sie zu ihrem Laichgewässer.

Obwohl landläufig von der Krötenwanderung die Rede ist, sind außer der Hauptart Erdkröte auch Grasfrösche, Teich-, Berg- und Kammmolche auf gefährlichen Strecken unterwegs. Kammmolche stehen unter Naturschutz. Sieben weitere Amphibienarten, wie Moorfrosch, Springfrosch oder Feuersalamander, sind im Vogtland ebenfalls heimisch, müssen aber zum Aufsuchen ihrer Laichgewässer keine Straßen überqueren, teilt die Naturschutzbehörde mit.

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