Nazi-Graffiti in Auerbach: Mehr Polizeipräsenz in der Innenstadt

Die Polizei hält einen junge Auerbacher für dringend tatverdächtig. Er soll Hitler-Porträts und Hakenkreuze im Stadtgebiet gesprüht haben.

Auerbach.

Wegen seines extremen Alkohol-Pegels ist ein 25-Jähriger in den Fokus der Auerbacher Polizei geraten - und gilt nun als dringend tatverdächtig für diverse rechte Schmierereien in der Innenstadt. Wie die Polizei mitteilt, war der Mann am 12. Juli als Radfahrer auf dem Neumarkt kontrolliert worden und hatte dabei 1,7 Promille Alkohol im Blut. Zudem entdeckten die Beamten an seinen Händen Farbe, deren Ton ihnen bekannt vorkam - nämlich von Nazi-Graffitis, die kurz zuvor in der Innenstadt aufgetaucht waren. Und dann stellte sich heraus, dass der Auerbacher bereits im Frühjahr durch das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgefallen war. Die Kripo beschaffte sich daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes und entdeckte dort laut Polizei "weitere Beweismittel, die den Verdacht seiner Täterschaft bezüglich der Graffitischmierereien erhärteten". Die Ermittlungen hat nun das Dezernat Staatsschutz übernommen.

Seit Ende Juni waren an sechs Stellen im Stadtgebiet, insbesondere im Bereich Hofau-Park, Herrenwiese, Goethepark und Neumarkt, aber auch am Kaufland, diverse Graffitis mit NS-Bezug aufgetaucht. Teilweise per Schablone waren Hitler-Por- träts, Hakenkreuze und ähnliche nazistische Symbole- und Schriftzüge unter anderem an Litfasssäulen und Einkaufswagen-Boxen gesprüht worden. Der Täter hatte dazu schwarze und blaue Farbe verwendet. Nun wird gegen ihn außer wegen Sachbeschädigung auch wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Die Polizei kündigt an, dass es in den kommenden Wochen eine verstärkte Streifentätigkeit im Bereich der Innenstadt und der Parks geben wird. Dabei sollen außer dem Bürgerpolizisten und einem Diensthund mit Hundeführer auch Angehörige der Sächsischen Sicherheitswacht zum Einsatz kommen. So soll Lärmbelästigungen und anderen Störungen der Rechtsordnung vorgebeugt werden. Insgesamt wolle man "präventiv Straftaten entgegenwirken", heißt es.

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