Nazi-Tattoos: Mann muss 1300 Euro Strafe zahlen

Ein 44-jähriger Plauener zeigte auf Facebook seinen nackten Oberkörper, der mit Hakenkreuzen tätowiert ist. Mehrere Gerichte haben sich damit beschäftigt. Jetzt gibt es ein rechtskräftiges Urteil.

Plauen/Zwickau.

Mit nacktem Oberkörper darf der Neonazi aus Plauen nicht mehr auf die Straße gehen. Er hat sich Zeichen tätowieren lassen, die verboten sind in Deutschland: ein Hakenkreuz auf dem Oberarm, ein Hakenkreuz auf der linken Brust, ein Sonnenrad auf der rechten Brust und die Losung "Sieg Heil". Wer Symbole des Nationalsozialismus verwendet, muss mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe rechnen.

Der arbeitslose Maurer ist vom Landgericht Zwickau verurteilt worden. Auf seine Facebook-Seite hatte er Fotos seines nackten Oberkörpers gestellt. Seine mehr als 4500 Facebook-Freunde konnten sie sehen. Das kostet den 44-Jährigen 1300 Euro. Zahlt er die Strafe nicht, muss er für 100 Tage ins Gefängnis. Das Urteil ist seit wenigen Tagen rechtskräftig. Mit dem Fall hatten sich mehrere Gerichte beschäftigt.

Das erste war das Amtsgericht in Plauen. Es hatte den 44-Jährigen freigesprochen, weil nicht zweifelsfrei klar sei, ob er die Fotos selbst ins Internet gestellt hatte, hieß es. Der 44-Jährige hatte das abgestritten. Weil die Staatsanwaltschaft dagegen in Berufung ging, verhandelte das Landgericht Zwickau als nächste Instanz neu darüber. Es sprach den Mann schuldig und verhängte eine Geldstrafe. Das Urteil wollte er nicht akzeptieren und hatte es vor dem Oberlandesgericht Dresden angefochten. Diese Revision nahm er jedoch zurück, und damit gilt das Urteil des Landgerichts Zwickau.

Die Theorie, dass ein Fremder die Nazi-Tattoo-Posen heimlich auf seien Facebook-Seite gestellt haben könnte, erschien dem Gericht als wirklichkeitsfremd. Denn genau diese Fotos fanden die Ermittler in der Bildergalerie seines Computers. Außerdem habe er selbst von seinem Rechner aus ständig sein Facebook-Profil geöffnet. Auch an dem Tag, als ein Polizist zufällig im Netz über die Seite gestolpert war.

Der Freispruch des Amtsgerichts hatte im Vogtland für Irritationen gesorgt. Wegen seiner Tätowierungen gab es bereits mehrfach Probleme. Vor zwei Jahren war er im Hofer Amtsgericht als Zeuge geladen. Als er auf den Gängen des Gerichts wartete, zog er seine Jacke aus. Das Hakenkreuz auf dem Oberarm war gut zu erkennen - auch für einen Polizisten, der ihn daraufhin angezeigt hatte. Der Plauener musste daraufhin eine Geldstrafe zahlen. Auch auf Facebook hatte er 2017 schon mit Hakenkreuz posiert. Wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisatoren verurteilte ihn das Gericht damals ebenfalls zu einer Geldstrafe. Auch Facebook reagierte, legte seinen Zugang lahm und sperrte ihn 30 Tage lang aus dem sozialen Netzwerk aus.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung und die Gartenlaube des 44-Jährigen. Beides sei voller Hakenkreuze gewesen. Sie beschlagnahmten sein Handy und den Computer und fanden dort viele Fotos mit nationalsozialistischen Symbolen. Der Mann lebt allein und ist seit mehreren Jahren arbeitslos.

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