Neue Decke sichert Plauens ältesten Trinkwasserbehälter

Idyllisch am Rande des Waldgebietes Schwarzes Holz gelegen, leistet das vor 155 Jahren mit viel Tamtam in Gang gesetzte Wasserwerk auch heute zuverlässig seine Dienste.

Plauen.

Der Zweckverband Wasser & Abwasser Vogtland (Zwav) hat im vergangenen und in diesem Jahr rund 100.000 Euro in die Sanierung des ältesten, noch in Betrieb befindlichen Wasserhäuschens der Stadt Plauen gesteckt. Das Bauwerk steht am Rand des Waldgebietes Schwarzes Holz, nahe Meßbach. "Der Hochbehälter bekam eine neue Abdichtung der Behälterdecke samt technischen Einbauten", informiert Ronny Röder, der Abteilungsleiter Trinkwasser. Außerdem ließ der Zwav ein Schachtbauwerk für die Abgangsmessung nach Plauen sowie die Druckerhöhung in die Ortslage Messbach neu errichten.

Die Abdichtung der Behälterdecke machte sich wegen des Eintritts von Regenwasser nötig. "Da können Keime drin sein", erklärt der Abteilungsleiter. Der neue Schacht ermögliche die Messung der in Richtung Plauen abgegebenen Wassermenge. Der Begriff "Schacht" könne da aber falsche Vorstellungen hervorrufen, macht der Fachmann aufmerksam, dass es sich nur um einen zwei Mal zwei Meter kleinen Betonkübel mit Edelstahldeckel neben der Treppe handelt.

Auch die Druckerhöhung in Richtung Meßbach wird dort festgestellt. Meßbach liegt höher als das Wasserwerk. Deshalb gelangt das kostbare Nass nur über eine Pumpe in den Ortsteil. In Richtung Plauen sind wegen des Gefälles keine Pumpen nötig.

Das vom Wasserhäuschen weitergeleitete Wasser stammt aus dem benachbarten Quellgebiet. Eine Brunnenkammer findet sich im Schwarzen Holz, und weil sie auch tiefer liegt als der 1865 errichtete Bau, sorgt auch in diesem Fall eine Pumpe für den Weitertransport. Der überwiegende Teil des Quells fließt aber ganz alleine in den Hochbehälter. Der versorgt rund 4000 Abnehmer mit dem kühlen Nass. Trotz seines Alters zeigt er sich gut in Schuss.

Das war vor 15 Jahren auch einer der Gründe, an dem Werk festzuhalten und es auszubauen. "Da sich Einzugsgebiet, Fassung, Behälter und Rohrleitungen in einem erhaltenswerten Zustand befinden, entschloss man sich 2005, eine Aufbereitungsanlage nachzurüsten", blickt Ronny Röder zurück. Die Anlage ermöglichte "die Weiternutzung des Systems auch unter den erhöhten Güteanforderungen der Trinkwasserverordnung von 2003", sagt er weiter. Aufbereitung bedeute, dass eine Grunddesinfektion stattfinde.

Vor dem Zufluss in den Behälter sorgen Filter mit Kies für eine mechanische Reinigung. "Außerdem bringen wir damit den PH-Wert ins Gleichgewicht", lässt der Abteilungschef wissen.

Ein Blick in die Neupertsche Chronik ermöglicht einen Rückblick in die Geschichte des Bauwerks und der Leitung. "Am 9. September Feststimmung und Festzug in der Stadt aus Anlass der Eröffnung der Meßbach-Wasserleitung. Abends Illumination", steht da geschrieben. Das klingt nach einem Ereignis. Plauen zählte damals knapp 20.000 Einwohner.

"Erbaut unter Bürgermeister E.W. Gottschald" steht auf der Bronzetafel am Hang des Häuschens über die Entstehung. Ernst Gottschald lenkte die Geschicke der Stadt von 1832 bis 1865. In seiner Zeit als Stadtchef legte Plauen bei der Einwohnerzahl kräftig zu: von 8600 auf 19.300. Die verlegte Rohrleitung stammt aus der Königin Marinhütte, kann man ebenfalls noch nachlesen. Das Eisenwerk stand in Cainsdorf bei Zwickau.

"Das Quellgebiet Meßbach mit dem Hochbehälter 1865 und der Fallleitung zur Stadt ist der älteste noch genutzte Teil der öffentlichen Wasserversorgung von Plauen", versichert Ronny Röder. Seine Dienste wird das Werk nach der Sanierung wie bisher und noch eine ganze Zeit leisten können.

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