Neue Frau für Vater und Sohn

Kunsthistorikerin Delia Viola Kottmann wird als Kuratorin im Plauener Erich-Ohser-Haus die Nachfolgerin von Elke Schulze. "Die Messlatte liegt sehr hoch", sagt die neue Chefin.

Plauen.

Bei der e.o.plauen-Stiftung und der Galerie im Erich-Ohser-Haus hat nach einem halben Jahr Vakanz jetzt Delia Viola Kottmann das Ruder übernommen. Die junge Kunsthistorikerin setzte sich Mitte Juni unter 17 Bewerbern durch. "Eigentlich war das Gespräch im März geplant", berichtet Stiftungsrätin Petra Rank, die sich auch in der sogenannten Findungskommission unter Leitung von Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU) stark gemacht hat. Corona kam dazwischen.

Elf Wochen später habe Kottmann dann überzeugt - nicht nur durch fachliches Wissen, auch durch ihre natürliche Art. Sie punktete damit, dass sie kurzfristig anfangen konnte. Am Montag packte sie noch Umzugskisten nahe München. Nun ist die 41-Jährige auf der Suche nach einer Wohnung in der Wahlheimat Plauen. Derweil lebt sie in der Jugendherberge, die sich ums Eck bei der neuen Arbeitsstätte befindet. Am gestrigen Mittwoch legte die Mediävistik-Expertin los (Mittelalterforschung) - 30 Stunden pro Woche zunächst. Die aus einem Örtchen am Rande der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg) stammende Kottmann hat in Tübingen, Padua und Paris Kunstgeschichte und Romanistik studiert. Zeichner Erich Ohser alias e. o. plauen kenne sie aus der Schule. Beeindruckt habe sie jüngst der Spielfilm "Kästner und der kleine Dienstag", in dem es auch um den Schöpfer der Comicfiguren Vater und Sohn geht.

Nach der überraschenden Kündigung von Kottmanns Vorgängerin Elke Schulze zum Ende vergangenen Jahres hatte Petra Rank interimsmäßig die Zügel in der Hand. Das war für die berufstätige Geschäftsführerin der Fraktion Die Linke im Plauener Stadtrat zum Schluss ganz schön viel. "Ohne die Mitarbeiterinnen des Erich-Ohser-Hauses wäre es nicht zu schaffen gewesen", lobt sie. Gemeinsam mit Stiftungsratschef Lutz Kowalzick, CDU-Fraktionsvize im Plauener Stadtrat, hofft sie, dass nun wieder alles geordneter verläuft.

"Die Messlatte liegt sehr hoch", weiß Kottmann, die viel vorhat in der musealen Einrichtung an der Nobelstraße. So will sie verstärkt die Museumspädagogik aufbauen, aber auch die Themen Inklusion und Social Media weiterbringen. Bei Facebook und Instagram sei das Haus zum Beispiel bisher nicht vertreten.

Weitere personelle Änderungen wird es wahrscheinlich ab September geben. Dann findet nach vier Jahren turnusgemäß die Wahl des Stiftungsvorstandes statt. Ob Kowalzick sich wieder für das Amt zur Verfügung stellt, wisse er noch nicht, sagte er auf Nachfrage.

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