Neue Infotafel an Triangulationssäule eingeweiht

Mehr als zuvor lohnt sich eine Tour zum Sandberg bei Thierbach. Der Heimatverein Pausa hat dafür gesorgt, dass man vor Ort Wissenswertes über die alte Säule erfährt.

Thierbach/Pausa.

Wie man im Gipfelbuch lesen kann, ist der Königlich-Sächsische Triangulierungspunkt auf dem Sandberg bei Thierbach ein beliebtes Ziel von Spaziergängern, Wanderern und Radfahrern. In den höchsten Tönen wird der schöne Ort inmitten der Natur auf der Anhöhe gelobt. Die jüngsten Grüße im Gipfelbuch stammen von Besuchern aus Crispendorf, Crimmitschau und Thierbach. Jetzt kam noch ein Grußwort zur Einweihung der neuen Informationstafel dazu, welches Ekkehard Weigelt vom Heimatverein Pausa reinschrieb und alle unterzeichneten, die bei der Einweihung dabei waren. Die Infotafel steht gleich neben der 2,30 Meter hohen Triangulationssäule, die aus Porphyr besteht und den Höhenfestpunkt 543,4 Meter markiert.

Der Heimatverein Pausa hatte sich dafür stark gemacht, dass die Tafel erneuert wurde. Günter Betz vom Verein kümmerte sich um alle Genehmigungen, die seitens des Landesvermessungsamtes nötig waren. Die betraf das verwendete Wappen und die Karte des einstigen Königreiches Sachsen. Dietrich Wetzel, der mit seiner Ehefrau aus Plauen gekommen war, hatte das Ansinnen des Heimatvereins finanziell unterstützt. "Es ist ein Stück Heimat", sagte Wetzel. "Ich kann mich erinnern, dass wir oft bei Spaziergängen die Reste der Säule gesehen hatten." Jetzt freue er sich als ehemaliger Pausaer.

Denn dass die historische Triangulationssäule wieder steht, ist nicht selbstverständlich. "Als wir angefangen hatten, uns um die Säule zu kümmern, lagen die Reste im Wald", konnte sich Ekkehard Weigelt noch gut erinnern. "Die Teile wurden daraufhin ausgebuddelt, ergänzt und die Säule wiederhergestellt", so Katrin Löwe, Vorsitzende des Pausaer Heimatvereines. Durch die sächsische "Aktion 55" wurden diese Arbeiten größtenteils realisiert. Wie man damals den exakten Standort des einstigen Vermessungspfeilers fand, berichtete Weigelt. "Der Standort war eine Streitfrage. Mit GPS wurde damals der genaue Vermessungspunkt festgelegt. Und tatsächlich fanden wir genau an der Stelle, wo die Säule jetzt wieder steht, das alte Fundament." Im Jahr 1998 wurde zur 875-Jahrfeier von Linda die Triangulationssäule feierlich eingeweiht. Damals wurde auch schon eine Infotafel errichtet, die aber mittlerweile durch die Witterung tüchtig gelitten hatte. So kam die Idee im Heimatverein Pausa auf, die Infotafel komplett zu erneuern. Neu ist auch das Gipfelbuch, denn das alte war vollgeschrieben. "Es ist spannend, darin zu lesen", umriss Katrin Löwe. "Es haben sogar Besucher aus Südamerika reingeschrieben." Manche Leute reimen sogar, wie im neuen Gipfelbuch zu lesen ist: "Meine Beine tun zwar weh, aber hier habe ich sogar LTE."


Trigonometrisches Netz

Bei der einstigen Landesvermessung des Königreiches Sachsen wurde ein trigonometrisches Netz erstellt. Dieses Dreiecksnetz besitzt 36 Stationen erster Ordnung, wobei die Entfernungen der Punkte zwischen 30 und 50 Kilometer liegen. Dazu kam ein Netz zweiter Ordnung mit 122 Punkten, welches engmaschiger, etwa alle 20 Kilometer, ist. Von den 158 Festpunkten ist der Sandberg bei Thierbach die Station 155. Während es nicht alle Stationen der Triangulierung mehr gibt, findet man heute im Vogtland die historisch festgelegten Punkte etwa bei Langenbach, auf dem Wirtsberg bei Landwüst, am Kandelstein südlich Gutenfürst. (sim)

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