Neue Mängel: Pöhl droht vierter Wahl-Versuch

Die Kommunalaufsicht prüft erneut Mängel bei der Bürgermeister-Wahl. Das Hickhack lähmt die Talsperrengemeinde.

Pöhl.

Geht die Pöhler Bürgermeisterwahl in eine vierte Runde? Werden die 2100 Wahlberechtigten erneut an die Wahlurne gerufen? Muss die ehrenamtliche Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) nach dem haarscharfen Sieg mit neun Stimmen Vorsprung gegen Herausforderer Lothar Kramer (Freie Wähler) um ihr Amt bangen?

All diese Fragen stellen sich jetzt neu. Die Kommunalaufsicht im Landratsamt hat für Dienstagvormittag einen Anhörungstermin angesetzt. Neben der Bürgermeisterin ist auch der Gemeindewahlausschussvorsitzende Christoph Schild eingeladen, heißt es auf Anfrage aus dem Landratsamt. Thema: "Klärung festgestellter Mängel". Zu Art und Urheber der Mängel hält sich die Behörde bedeckt. Eine Entscheidung zur Gültigkeit der Wahl wurde bislang nicht getroffen. Die Wahlprüfungsfrist endet am 30. November.

"Es soll formelle Fehler gegeben haben", sagt Hommel-Kreißl. Konkreteres sei ihr nicht bekannt. Für die Bürgermeisterin ist das ohnehin eine knifflige Konstellation, denn einerseits ist sie Chefin der Gemeindeverwaltung, die sich um die ordnungsgemäße Wahl zu kümmern hat, und andererseits ist sie Kandidatin und hat sich aus Wahlbelangen herauszuhalten. Dass die Wahl womöglich wiederholt werden muss, sei für sie nur schwer vorstellbar. Dann müssten ja massive Fehler bei der Wahl vorliegen.

Was genau gerade läuft, weiß auch Herausforderer Lothar Kramer nicht. "Schlimmer geht's nicht. Die Gemeinde Pöhl hinterlässt hier einen schlechten Eindruck", sagt der 58-jährige Helmsgrüner. Denn durch einen Verstoß der Bürgermeisterin musste bereits der Stichwahl-Termin verlegt werden. Dass nun über eine Annullierung der Wahl spekuliert wird, lässt bei ihm zugleich neue Hoffnung keimen. Sollte ein erneuter Wahltermin notwendig sein, dann stehe er bereit. Nach der relativ klaren Niederlage am 1. September und der haarscharfen Niederlage bei der Stichwahl am 27. Oktober rechne er sich gute Chancen aus, betont Lothar Kramer.

Dritter im Bunde war Andreas Sachse. Nach 20 Prozent am 1. September hatte der parteilose Einzelbewerber die Kandidatur zur Stichwahl zurückgezogen und wenig später seine Unterstützung für Lothar Kramer erklärt. Dass es beim Rückzug seiner Kandidatur womöglich einen Formfehler gegeben haben könnte, ist für Andreas Sachse kaum vorstellbar. Das hätte dann etwas von Haarspalterei, meint er.

Das nicht endende Hickhack hat in Gemeinderat und Verwaltung seine Spuren hinterlassen. Der Umgang ist gereizt, die Kämmerin hatte kürzlich angekündigt, der Gemeinde Pöhl den Rücken zu kehren.

In einer für Dienstag, 18 Uhr, in der Gemeindeverwaltung angesetzten außerordentlichen Ratssitzung sollte es nur um eine Auftragsvergabe gehen. Doch nun dürfte erneut die Bürgermeister-Frage in den Mittelpunkt rücken.

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