Neue Mappe hilft im Notfall und auf dem letztem Weg

Kostenloses Angebot zur Vorsorge ist nun überall im Landkreis zu haben

Plauen.

Ob Unfall, Krankheit oder Tod: Um für solche Fälle alle Informationen für einen Patienten beisammen zu haben, hat der Vogtlandkreis mit einer Expertengruppe innerhalb eines Jahres ein besonderes Angebot entwickelt. Die sogenannte Vorsorgemappe ist ab dem heutigen Mittwoch in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie zum Herunterladen im Internet kostenfrei erhältlich.

In der Mappe können Bürger jeden Alters unter anderem zusammenfassen, ob sie Krankheiten haben, was für Medikamente sie nehmen, welche Vertrauensperson im Notfall der Ansprechpartner für Ärzte ist und welche Wünsche sie haben, wenn es um die eigene Beisetzung geht. Sie soll nicht nur dem Betroffenen helfen, dass alle Entscheidungen in seinem Sinn getroffen werden und er richtig versorgt und begleitet wird. Sondern sie ist auch als Leitfaden für Angehörige, Mediziner oder Pfleger gedacht. In der Mappe sind Vordrucke für eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht enthalten. Es gibt ebenso Platz für persönliche Wünsche. Dazu kommt noch ein hilfreiches Extra: eine Kühlschrankdose.

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Darin können alle notwendigen Informationen aufbewahrt werden, die ein Notarzt vielleicht innerhalb von Sekunden braucht. Aufkleber für Wohnungs- und Kühlschranktür, die ebenfalls in der Mappe zu finden sind, sollen auf eine vorhandene Dose hinweisen. Dabei kann es sich um ein leeres Honigglas oder einen sauberen Joghurtbecher handeln, der alle Infos birgt. "Notärzte haben uns gesagt: Den Kühlschrank finden wir immer", erklärt Silke Schwabe vom Pflegenetzwerk des Landkreises, wieso diese Infos ausgerechnet zwischen Milch und Butter aufbewahrt werden sollen. In der Dose soll auch hinterlegt werden, wo sich die Vorsorgemappe mit weiteren Angaben befindet.

Eine Auflage von 10.000 Mappen ist für 15.000 Euro gedruckt worden. Das Geld kam aus dem Pflegebudget des Freistaates, wie Schwabe erklärt. Eine zweite Auflage ist bereits in Planung. "Vorher soll es einen Feedback-Bogen geben, um Hinweise von Bürgern zu erfassen", so Schwabe. In der Arbeitsgruppe vertreten sind neben dem Pflegenetzwerk auch Ärzte aus dem Vogtland, der Rettungszweckverband Südwestsachsen, das Amtsgericht, Krankenhäuser und die Betreuungsbehörde.

Die Vorsorgemappe gibt es online unter www.pflegenetz-vogtland.de

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