Neue Pläne für Streuobstwiese: Neundorf sucht Baumpaten

Aus einer verwilderten Ecke hinter einem der Häuser am gut gepflegten Neundorfer Anger soll schon bald ein Schmuckstück werden - wenn es nach dem Willen der Ortschaftsräte geht und die Bürger mitmachen.

Neundorf.

Der Ortschaftsrat und der Verein Die Neundorfer wollen aus dem Projekt Streuobstwiese ein größeres Vorhaben entwickeln, das weit in die Zukunft reicht und Bürger wie Institutionen mit ins Boot holt. In der Juli-Sitzung des Gremiums ist ein Konzept zur Weiterentwicklung der Fläche oberhalb des ehemaligen Gasthofes "Drei Schwäne" am Anger vorgelegt worden. Das Projekt ist bereits mit zuständigen Behörden besprochen und deren Einverständnis eingeholt worden. Was noch fehlt, sind Sponsoren. Darum wollen sich die Räte jetzt kümmern.

Sowohl die zuständige Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt, die städtische Baumgutachterin Heike Fröbisch als auch die Naturschutzbehörde haben sich die Wiese angesehen, informierte Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch. "Die toten Bäume können raus und die Lücken können wir besetzen", zeigte er sich mit dem Ergebnis der Unterredung zufrieden. In diesem Herbst und im nächsten Frühjahr sollen zwölf neue Gehölze gesetzt werden. Zu diesem Zweck macht man sich jetzt im Dorf und auch außerhalb auf die Suche nach Geldgebern, wie etwa Firmen. Aber auch Bürger können mitmachen und für einen noch festzulegenden Betrag eine Patenschaft für einen der Bäume übernehmen. Der Ortschaftsrat überlegt, dann jedem Paten noch etwas dazuzugeben. Die Kosten können dank eines Angebotes der Grünpflege-Tochtergesellschaft der Stadt bei 100 Euro pro Baum belassen werden. Welche Sorten in die Erde kommen, ist noch offen. Im Konzept ist von "alten regionalen Sorten als Hochstamm" die Rede. Neben genießbarem Obst soll auch ein Exemplar des vogtländischen Vogelbeerbaums gedeihen. Gedeihen soll später aber noch viel mehr.


"Ein Imker will einen Bienenstand einrichten", ließ der Ortschef wissen. Angedacht sei die Ausbildung von angehenden Bienenhaltern. Auch das Aufstellen einer mobilen Apfelsaftpresse im Rahmen von Veranstaltungen sei vorstellbar, hieß es in der Sitzung. Am Anger findet sich nicht nur die Streuobstwiese, sondern auch das Kinderhaus Spatzennest. Die Mädchen und Jungen haben einen kurzen Weg zu der Fläche. Ein Lehrpfad und ein Insektenhotel würden sich also ebenso wie eine Sitzgruppe anbieten. Auch die Freie Oberschule von der Neundorfer Straße könnte dort etwas mit ihren Schülern unternehmen - so der Plan. Was pädagogische Angebote angeht, ist an Obstsortenbestimmung gedacht und an Baumschnitt-Seminare. Eine benachbarte Brachfläche der russischen Armee sehen die Räte als spätere Erweiterungsmöglichkeit. Bei der Pflege der Wiese mitmachen wollen außer den "Neundorfern" noch weitere Vereine und Bürger, hieß es.

Früher gehörte die Wiese zum Gasthof mit Kegelbahn "Drei Schwäne", der jetzt aber schon viele Jahre geschlossen ist. Die Kegelbahn gibt es noch. Auch ein Hortgarten ist es mal gewesen, ein Lagerplatz und eine Kinderspielfläche. Wenn das Konzept der Ortschaftsräte in die Tat umgesetzt wird, könnte das Fleckchen bald zu neuem Leben erweckt werden.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    1960175
    23.07.2019

    Eine sehr gute Idee.
    Nur fehlt im Artikel der Hinweis, wohim man sich wenden kann, wenn man spenden möchte.



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