Neue Rettungswagen bieten mehr Platz

Der Rettungszweck- verband hat vier neue Spezialfahrzeuge angeschafft, weitere sollen folgen. Die Wagen sind rollende Intensivstationen - und sie bringen einen großen Vorteil mit sich.

Plauen.

Der Rettungszweckverband Südwestsachsen stockt seinen Fuhrpark auf. Nach dem Kauf von vier neuen Rettungswagen mit sogenanntem Kofferaufbau zum Jahresende will der für das Vogtland und den Landkreis Zwickau zuständige Verband weitere solcher Fahrzeuge anschaffen. Größter Vorteil: Die Wagen mit Kofferaufbauten bieten mehr Platz im Patientenraum.

Ein solcher neuer Spezialwagen ist auch bei der Johanniter Unfallhilfe in Plauen stationiert. "Wir sind eine fahrende Intensivstation", sagt René Breu, Notfallsanitäter in der Rettungswache an der Siegener Straße. Er zeigt das Herz des Fahrzeugs: Der Innenraum erinnert an einen Behandlungsraum in der Notaufnahme. Überall Schränke, Kästen und Utensilien für verschiedenste Untersuchungen (siehe Grafik).

"Die Patientenliege steht jetzt mitten im Raum, Notarzt und Sanitäter können sich frei um den Patienten bewegen. Das erleichtert die Arbeit ungemein", sagt Breu. Besonders wichtig sei auch die Organisation aller Utensilien. So sind Instrumente für die Beatmung auf Kopfhöhe in einem Schubfach schräg hinter dem Patienten untergebracht. "Da kann der Sanitäter alles schnell greifen und sofort anfangen zu arbeiten. Das spart Zeit, die ich im Ernstfall nicht habe", sagt Breu. Neben den Fächern, ebenfalls griffbereit, befindet sich ein Apothekerschrank - voll mit Dingen zur Erstversorgung: Stethoskop, Blutdruckmessgerät, Kanülen, Kompressen, Schienen aus Schaumstoff. Egal ob Schmerzmittel, Glukose oder Narkotika wie Propofol - für jeden Notfall die passenden Medikamente. Auch ein mobiles EKG-Gerät gibt es.

An der Wand neben der Patientenliege befinden sich indes mehrere Gerätschaften. Ganz oben der sogenannte Injektomat zur dauerhaften Verabreichung von Infusionen und Medikamenten durch eine Spritze. Darunter das große EKG-Gerät. Es überwacht den Patienten nicht nur, es kann im Ernstfall auch die Wiederbelebung übernehmen. Über Elektroden kann das Herz mit Stromschlägen animiert werden, wieder zu schlagen, erklärt Breu.

Unter dem EKG-Gerät ist eine Beatmungsvorrichtung untergebracht. Darin ist eine Zwei-Liter-Flasche Sauerstoff integriert. Hierbei lassen sich verschiedene Beatmungs-Rhythmen einstellen, die unterstützend zur Wiederbelebung durch den im EKG verbauten Defibrillator wirken. Das Absaugegerät darunter hilft den Rettungskräften, auf elektrische Weise Flüssigkeiten abzusaugen und so etwa die Atmung der Patienten zu sichern.

Alle Geräte, Instrumente und Utensilien gibt es zusätzlich in den Rettungsrucksäcken, auch für Kinder. "Da haben wir alles für die Erstversorgung drin", sagt Breu. Maximal vier Fahrten kann ein solcher Rettungswagen machen, dann muss das Material aufgefüllt werden.

125.000 Euro kosten die neuen Wagen mit Kofferaufbau. Auf dem Plan stand die Anschaffung schon länger, die Fahrzeuge seien aber immer zu teuer gewesen, sagt Jens Leistner, Chef des Rettungszweckverbandes. Die jüngste Investition habe sich gelohnt - deshalb soll der Kauf weiterer Wagen folgen.

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