Neuer Straßenbelag soll Anlieger besser vor Überflutung schützen

In der Wartbergsiedlung unterhalb des Neundorfer Wasserturms erneuert die Firma Hoch- Tief- Landschaftsbau Schöneck derzeit die Fahrbahn. Verbaut wird ein besonderes "Straßenpflaster".

Neundorf.

Wenn an einer Straße mit einer befestigten Fahrbahn und versiegeltem Boden keine funktionierende Straßenentwässerung vorhanden ist, läuft das Regenwasser nicht selten in die angrenzenden Grundstücke. Auch in der Wartbergsiedlung sind im vorigen Jahr nach einem Starkregen solche Überflutungen und Schäden an den Verkehrswegen vorgekommen. Die werden jetzt mithilfe von Fördermitteln für Hochwasserschäden beseitigt. Dabei kommt das TTE-Pflaster als Fahrbahnbelag zum Einsatz. Es bietet Vorteile.

"Eine Versickerung ist vollflächig möglich und es braucht keine Abwasserleitung", beschreibt Michael Aechtner von der gleichnamigen Firma aus Triebel einen der Vorteile. Der Vogtländer vertreibt das aus wiederverwertetem Material hergestellte System schon seit Jahren. "Es besteht im Grunde aus dem, was in den gelben Säcken landet", sagt er.


"Die Last liegt hier nicht nur auf einer Platte", erklärt Michael Aechtner. Weil die einzelnen Elemente beim Verlegen alle miteinander verzahnt werden, werde das Gewicht der Fahrzeuge gleichmäßig verteilt. Auf diese Weise könnten Dellen in der Fahrbahn vermieden werden. Das stelle einen weiteren Vorteil im Vergleich mit anderem Belag dar.

Im Vogtland ist das TTE-Pflaster bisher nur in Markneukirchen zum Einsatz gekommen. "Dort sollen noch ein Parkplatz und ein Gehweg damit ausgestattet werden", kündigte der Kooperationspartner der Firma Hübner-Lee aus der Nähe von Memmingen in Bayern an, von der die Platten hergestellt werden. In der Neundorfer Wartbergsiedlung nimmt die ökologische Flächenbefestigung nach Ende der Bauarbeiten eine Fläche von 2700 Quadratmetern ein - die größte bisher in der Region verlegte Fläche. In Plauen liegt es sonst noch nirgends.

Zwei Straßen der Siedlung kommen in den Genuss. "In zehn bis zwölf Wochen sind wir damit fertig", kündigt Alf Polster, Betriebsleiter und Meister Straßenbau der Hoch- Tief- Landschaftsbau Schöneck, an. "Die Anwohner sind zufrieden und der Bauherr ist zufrieden", versicherte der Betriebsleiter. Die Arbeit mit den Platten gehe schnell.

Im Osten Deutschlands nehme die Lutherstadt Wittenberg eine Vorreiterrolle in Sachen TTE ein, berichtet Michael Aechtner. "Da sind die Einwohner auf die Kommune zugegangen und haben angeregt, das TTE zu verwenden", informiert er. Es kann auf unbefestigten Wegen, auf Siedlungsstraßen zu liegen.

Die Plauener Firma M&S Umweltprojekt hat die Planung des Straßenbaus in der Wartbergsiedlung übernommen. Weil das Regenwasser in dem Bereich nicht abgeleitet werden könne, müsse für eine Versickerung an Ort und Stelle gesorgt werden, hatte Jens Peter von M&S bereits im Februar in einer Ortschaftsratssitzung angekündigt. Die Waben in den aus wiederverwertetem Kunststoff hergestellten Platten sind mit Splitt gefüllt. Lastkraftwagen können problemlos darauf fahren. Die Wegbreite in der Siedlung liegt bei 3,20 bis 3,80 Meter.

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