Neuer Turm: Es wird gefeiert und diskutiert

Architektonisch außergewöhnlich sorgt der neue Aussichtsturm in Remtengrün weiter für Gesprächsstoff. Am Samstag wurde er eingeweiht.

Remtengrün.

Der Andrang war groß, als auf der Fläche am Turmweg in Remtengrün die Eröffnung des neuen Aussichtsturms gefeiert wurde. Viele Dorfbewohner und Leute aus der näheren Umgebung wollten unbedingt sehen, wie sich der im modernen architektonischen Stil gebaute Turm mitten in der grünen Natur hervorhebt. Denn die Meinungen über das helle Stahlkonstrukt gingen im Vorfeld etwas auseinander.

Dieter Thiel aus Jugelsburg war schon 1993 bei der Eröffnung des vorhergehenden hölzernen Turmes dabei, der dieses Jahr an gleicher Stelle abgerissen wurde. Er sagt: "Der Turm ist sehr schick und zeitgemäß, er macht richtig was her, aber er passt meiner Ansicht nach nicht in das Bild von der umliegenden Natur. Unsere Region ist geprägt von Tradition und Handwerk, da hätte ein ähnlicher Turm, wie der zuvor, gut hier her gepasst." Christian Samsel hingegen war angetan von der neuen Aussichtswarte. Er kam aus Erlbach herüber, um sich selbst von dem Ausblick zu überzeugen. Obwohl der Turm bei Wind leicht schwankt, sagt er: "Richtig schön ist er geworden, man hat wirklich eine tolle Aussicht über die Region." Laut Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) darf der Turm bis zu 15 Zentimeter schwanken, dies sei völlig normal. Für das Adorfer Stadtoberhaupt war das Turmprojekt eine Herzensangelegenheit. Verständnis zeigte Rico Schmidt für die unterschiedlichen Meinungen. "Architektur ist wie Kunst, es trifft nicht jedermanns Geschmack. Ich bin mir aber sicher, dass sich viele noch daran gewöhnen werden. Denn mit dem Turm haben wir etwas Neues geschaffen, von dem wir uns erhoffen, dass viele Besucher nach Remtengrün und Adorf kommen. Wenn sie einmal da sind, besuchen diese bestimmt auch unser Museum oder das Klein-Vogtland."

Seit 1880 ist es der vierte Turm an dieser Stelle, aber der erste mit einem Stahlkonstrukt. Damit wird mit einer Tradition gebrochen. Anstatt Bretter und Balken wurden nun 1554 Schrauben, 870 Ösen und 96 Stufen verbaut. Die Gesamtkosten des 18 Meter hohen Konstruktes und belaufen sich auf 260.000 Euro. Darin enthalten sind bis jetzt 32.734 Euro Privat- und Firmenspenden sowie eine Förderung des Programmes Leader. Auf der Plattform befinden sich jetzt zwei Fernrohre. Eines davon sowie die Aussichtstafeln wurden vom Vorgängerturm übernommen. Die Tafeln wurden von Metallbaumeister René Donath und seiner Frau Sylvia aus Leubetha gereinigt.

Organisiert wurde das Turmfest von den Remtengrünern. Nach einem Schauer am Samstagnachmittag wurde bis 21 Uhr gefeiert.

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