Neues Gewerbegebiet an der Schöpsdrehe geplant

Plauen verfolgt eine "mehrstufige Strategie". Für Industrieansiedlungen sind zurzeit keine Flächen verfügbar.

Plauen.

Plauen plant ein weiteres Gewerbegebiet in Kauschwitz. Dieses Areal soll in der direkten Nachbarschaft des Vorsorgestandortes entstehen, der an der Bundesstraße 282 stadtauswärts links in Richtung Syrau geplant ist und auf dem wesentliche Hoffnungen der Stadtspitze für ein etwa 45 Hektar großes Industriegebiet ruhen.

Nachzulesen ist das in den "Schwerpunkten der Stadtentwicklung", die Baubürgermeister Levente Sárközy erarbeitet und in einem Bericht festgehalten hat, der am Dienstag dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt wurde. Das Papier entstand auf Betreiben der CDU-Fraktion im Stadtrat und steckt den Rahmen künftiger Entwicklungen ab. Stadträte hatten beklagt, dass man angesichts der vielen Konzepte im Rathaus kaum den Überblick behalten könne.

Der auf Kauschwitzer Flur geplante neue Gewerbestandort ist in seiner Größe und genauen räumlichen Einordnung nicht näher definiert. Sárközy erklärt in dem Papier: "Dort sollen perspektivisch für kleinere mittelständische Unternehmen und Handwerker geeignete Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen angeboten werden."

An erster Stelle nennt Sárközy den Industriestandort Oberlosa. Nach einem Stadtratsbeschluss vom 2. Juli ist der Bebauungsplan für das Industriegebiet Oberlosa Teil 1 als Satzung beschlossen worden. "Aktuell wird die Erschließung von zwei großen Industrieflächen vorbereitet", heißt es im Bericht. Es sei davon auszugehen, dass die Erschließung zwei Jahre dauert. Die vielfältigen Proteste in Oberlosa und das juristische Vorgehen von Betroffenen sowie daraus mögliche Folgen finden im Bericht keine Erwähnung.

Am Regionalen Vorsorgestandort Kauschwitz soll langfristig Baurecht hergestellt werden. Dort will Plauen weitere Industrieflächen ausweisen.

Insgesamt verfolgt die Stadt eine "mehrstufige Strategie", um bedarfsgerecht Flächen für verschiedene Anforderungen bereitzustellen. Dazu gehört auch, dass "Nachnutzungspotenziale von Brachflächen" untersucht werden.

Plauen ist unter Zugzwang geraten, wie Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger im April bei der Vorstellung des Gewerbeflächenreports 2018 erklärt hatte. Zu dem Zeitpunkt waren wenige Flächen in einer Gesamtgröße von knapp sieben Hektar verfügbar, für größere Industrieansiedlungen gar nichts mehr.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    4
    Tauchsieder
    18.12.2019

    Sollte die Stadtverwaltung an ihrem Ziel festhalten an der "Schöpsdrehe" ein Gewerbegebiet errichten zu wollen, dann wird ihr von allen Umweltverbänden ein straffer Wind entgegen wehen. Hier über 20 ha bei Oberlosa, dort mal 45 ha bei Kauschwitz usw. .
    Was einen verwundert ist doch dies eigentlich, der Betroffene für die Flächen bei Oberlosa und Kauschwitz ist die AHP Agrar-Produktions- u.Handels GmbH Plauen. Kein Wort hört man von denen, lassen sie dies einfach über sich ergehen ständig weniger landwirtschaftliche Nutzflächen zu besitzen. Soviel Fläche wie die Stadt Plauen "frisst", kann sie ihnen gar nicht als Ausgleich bieten.
    Ich glaube da wird sich die Stadt warm anziehen müssen, sollte sie an ihrem Plan festhalten wollen.



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