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OB-Wahl in Plauen: Einzelbewerber Ingo Eckardt meint: "Ich fühle mich für diese Aufgabe bereit"

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OB-Wahl 2021: Einzelbewerber Ingo Eckardt über seine Kandidatur, seine Erwartungen an den Wahlausgang und seine Pläne für Plauen

Rund 52.000 Plauener wählen am 13. Juni ihr neues Stadtoberhaupt. "Freie Presse" hat an sechs Kandidaten Fragebogen verschickt - hier sind die Antworten. Folge 2: Einzelkandidat Ingo Eckardt.

Warum sind Sie genau der Richtige für den Posten des Stadtoberhaupts?

Ich fühle mich für diese spannende Aufgabe bereit, weil ich in den vergangenen sechs Jahren als Stadtrat und Ortsvorsteher kommunalpolitische Erfahrung sammeln konnte. Dazu kommen 30 Jahre journalistische Begleitung meiner Heimatstadt, was mir eine außerordentlich breite Vernetzung in Plauen eingebracht hat. Auf Menschen zuzugehen, ist zweifellos eine meiner Stärken.

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?

Neben meiner Persönlichkeit vor allem mein Wahlprogramm und dessen Entstehung, an der rund dreißig Fachleute aus verschiedenen Bereichen mitgewirkt haben.

Wenn Sie nicht zum Oberbürgermeister gewählt werden, was machen Sie dann?

Dann würde ich meine Medien- und PR-Agentur weiter betreiben und als Stadtrat und Ortsvorsteher weiter die Belange unserer Stadt mitgestalten, wobei ich optimistisch bin, dass die Plauener Bürger mir ihr Vertrauen aussprechen.

Welchen Stimmenanteil erwarten Sie für sich im ersten Wahlgang?

Ein kraftvolles Votum der Plauener Bürgerschaft, was meinen bisherigen Weg bestätigt, würde ich mir sehr wünschen.

Welche Partei haben Sie bei der letzten Wahl gewählt?

Ich habe die CDU gewählt und mich sehr geärgert, dass die Union ihr Direktmandat verloren hat.

Welches Buch lesen Sie derzeit gerade?

Momentan habe ich aufgrund des Wahlkampfes leider nur wenig Zeit zum Lesen. Zuletzt habe ich mich mal wieder in Tolstois "Anna Karenina" festgelesen. Die beiden Bände habe ich mir vorigen Sommer in einem Kirchen-Antiquariat in Mecklenburg gekauft. Seit Herbst steht auch noch Jussi Adler-Olsens Thriller "Opfer 2117" aus der Carl Morck-Serie ungelesen im Bücherregal.

Wann reißt ihr Geduldsfaden?

Generell bin ich ein eher langmütiger Mensch, der versucht, stets respektvoll und wertschätzend mit seinem Umfeld umzugehen. Manchmal fällt es aber schwer, die Contenance zu wahren, vor allem wenn Ideologie statt Realität zählt, wenn Meinung statt Ahnung triumphiert oder wenn kluge Argumente gegen feste Haltung nicht ankommen.

Wie sind Ihre finanziellen Verhältnisse?

Ich würde mich als typisches Mitglied der Mittelschicht bezeichnen - lebe in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Gutem Essen kann ich schwer widerstehen - was gerade in Corona-Zeiten zu verhängnisvollem "Hüftgold" führt. Und ich bin ziemlich handysüchtig, hänge zu oft am Telefon, sagt meine Familie.

Was war das nachhaltigste Ereignis in Ihrem Leben?

Politisch war das ganz ohne Zweifel die Friedliche Revolution, die dank der vielen mutigen Plauener hier ihren Ausgang nahm. Persönlich hat mich der viel zu frühe Tod meiner Ehefrau besonders beeinflusst.

Worüber haben Sie sich zuletzt richtig geärgert?

Über die Verschärfung der Infektionsschutzgesetzes durch den Bundestag und die Bundes-Notbremse. Ich sehe darin einen Angriff auf den Föderalismus. Politik hat derzeit eine schwierige Aufgabe, die Risiken des Virus gegen die Probleme der Menschen mit den Maßnahmen in Balance zu halten. Ich verstehe die Sorgen vieler Eltern, weil ich meinen Sohn durch die Zeit des Home-schooling begleitet habe.

Plauen ist Ausgangspunkt von Aktivitäten der rechtsextremen Partei "Der Dritte Weg". Wie wollen Sie als möglicher OB mit dieser Gruppierung umgehen?

Ich würde mir wünschen, gemeinsam mit dem Vogtlandkreis einen klugen, unaufgeregten Umgang damit zu finden, dass es augenscheinlich Menschen gibt, die aus der Geschichte nichts gelernt haben. Es muss gelingen, einerseits klar zu sagen, dass wir derartiges Gedankengut in unserer Stadt nicht gut finden, andererseits muss dieser radikalen Partei aber die wichtigste Währung der Rechten, die öffentliche Aufmerksamkeit, genommen werden.

Plauen hat kaum noch verfügbare Flächen für Gewerbeansiedlungen. Angenommen, ein Industriekonzern will in der Stadt ein Werk errichten. Wo sollte das Werk gebaut werden und was wäre dafür nötig?

Ich würde vorschlagen, das Werk unter Einbindung des bestehenden Gleisanschlusses auf der 45 Hektar großen Industrievorhaltefläche an der Schöpsdrehe anzusiedeln - aus ökologischen, wie aus sinnhaften Gründen. Diese einzige einigermaßen topografisch geeignete Fläche in der Region, ist durch die Stadt Plauen bislang nur ungenügend in die Vermarktung genommen worden. Um gewappnet zu sein, brauchen wir hier zügig einen Bebauungsplan.

Welches Verkehrsprojekt würden Sie als erstes angehen, falls Sie zum Stadtoberhaupt gewählt werden und warum?

Die dringliche Sanierung der Neuen Elsterbrücke steht ganz obenan. In der Priorität folgen dann die bisher nicht beschiedenen Straßenbauprojekte, für die der Freistaat Sachsen derzeit keine Fördermittel bereit stellt. Wichtig ist mir für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt eine schnelle und direkte Zugverbindung nach Leipzig.

Welche Pläne haben Sie für die Plauener Innenstadt?

Zuerst müssen wir mal sehen, wie unsere Innenstadt nach dem Ende der Corona-Krise aufgestellt ist. Ich hoffe, dass viele der Einzelhandelsunternehmen, Gewerbetreibende und Gastronomen diese Krisensituation überstehen. Ich habe aber nicht vor, die Innenstadt gegen andere Handelsstandorte unserer Stadt auszuspielen. Plauen kann nur als gemeinsam vermarkteter Standort seinen Status als Handelszentrum ausbauen.

Wie wollen Sie das angespannte Verhältnis zu den Verantwortlichen der Kreisverwaltung verbessern?

Ich würde - ganz unabhängig von der Tatsache, dass kommendes Jahr auch ein neuer Landrat gewählt wird - die unsägliche Praxis beenden, dass man dem Landrat bei Problemen einen Brief schreibt. Ich würde gern von Angesicht zu Angesicht die Probleme auf den Tisch legen und Lösungen erarbeiten. Allen im Vogtland muss aus der Geschichte heraus klar sein: Geht es Plauen gut, geht es auch dem Umland gut. (su)

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