Omas alte Nähmaschine: Die Schaustickerei zeigt, was sie kann

Andreas Grimm hat früher bei der Plauener Spitze gearbeitet. Jetzt demonstrierte er in der Schaustickerei, was man heute mit neuester Technik alles machen kann.

Plauen.

In der Schaustickerei gibt es eine neue Sonderausstellung. Dort stehen die beiden Kleinstickmaschinen des Krefelder Unternehmens ZSK und von Singer nur weniger Meter voneinander entfernt - aber es trennen sie 133 Jahre. Die eine ist das neueste Modell des Krefelder Stickmaschinen-Herstellers ZSK, die andere eine Entwicklung der Firma Singer mit Handkurbel. Sie stammt von 1887.

In der neuen Schau des Vereins Vogtländische Textilgeschichte geht es um das Sticken mit Kleinstickmaschinen. Zu sehen sind Modelle vom 19. Jahrhundert an bis heute. "So langsam waren die gar nicht", verteidigte Frank Luft die historische Technik. Auf ein paar hundert Stiche pro Minute wäre man da auch gekommen. Zuvor hatte Andreas Grimm darauf hingewiesen, dass die neue ZSK-Konstruktion 1200 Stiche pro Minute macht. Die Einkopfstickmaschine entspricht dem Zeitgeist. Sie verfügt über ein Bedienfeld in 14 Sprachen, kann 80 Millionen Stiche speichern, lässt sich aus der Ferne überwachen und kann Muster von Fotos und Grafiken oder anderen Vorlagen in kurzer Zeit aufsticken. Das ausgestellte Modell werde oft von Werbefirmen gekauft, so der ZSK-Mitarbeiter. "Damit lassen sich auch Monogramme von Firmen schnell auf Stoff bringen", sagte Grimm, der früher bei der Plauener Spitze im Dienst war.

An die DDR wird sich mancher Besucher erinnert fühlen, wenn er das eine oder andere Exponat sieht. Zum Beispiel die Nähmaschine von Adler. Ein Modell aus den 50ern, das damals in den Wohnungen gestanden hatte. Daneben erklärt die Schaustickerei das Sticken mit solchen kleinen Stickmaschinen, erklärt deren Weiterentwicklung und stellt Textilien aus, die damit gestickt wurden. Dazu gehören ein weißer Tischläufer und ein farbiges Tischdeckchen auf Sackleinen von dem Künstler Günter Baumgärtel (1932-2019). Die Kurbelstickmaschine aus der Zeit um 1900, auf der diese beiden Muster entstanden sind, steht neben dem Schaukasten.

Die Idee für die Ausstellung kam von den Besuchern der Schaustickerei. Leute, die von Oma eine alte Nähmaschine geerbt haben, wollten Näheres wissen, wie sie damit umgehen können. "Wir haben Anfragen erhalten", erklärte Frank Luft vom Verein. Die Schau ist bis zum 13. November zu sehen. "Mit der Nähmaschine ist man nahe an der Stickmaschine dran", erklärte der Experte. Technisch hänge beides zusammen: "Der Doppelsteppstich wird auch auf der Stickmaschine ausgeführt."

In dem Museum in Reusa steht für dieses Jahr noch mehr an. Am 16. Mai findet ein Frühlingsfest im Zeichen des Jahres der Industriekultur statt. Dazu wird eine Themenreise zur Plauener Spitze vorbereitet, bei der die Schaustickerei als historischer Standort im Mittelpunkt stehen soll. Am 17. Mai nimmt die Einrichtung am Internationalen Museumstag teil, am 26. Juni an der Plauener Nacht der Museen, am 13. September am Tag des offenen Denkmals. Ab dem 26. November beginnt der Adventsverkauf.

www.schaustickerei-plauen.de

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