Omas Lieblingspuppen bringen Kinderaugen zum Strahlen

Puppen aus verschiedenen Zeitepochen stehen im Mittelpunkt der Weihnachtsausstellung in Pausa. Am Samstag, zur Eröffnung der neuen Schau, kommt auch eine Puppen- und Bärendoktorin.

Pausa.

Ob Susi, Mia oder Steffi, wohl jedes Mädchen hat(te) eine Lieblingspuppe in Kindertagen und weiß den Namen bis heute, ist Ute Arnold vom Heimatverein Pausa überzeugt. "Es war die eine Puppe, die vielleicht heute noch im Schrank oder auf dem Speicher aufbewahrt wird. Sie war Freundin und treue Begleiterin."

In der diesjährigen Pausaer Weihnachtsausstellung "Meine Puppe lieb ich sehr..." kommen sie zu neuen Ehren. "Es sind viele private Leihgaben dabei", sagt Ute Arnold, die die Schau im Heimateck konzipiert und aufgebaut hat. Sie selbst hat ihre Puppe Monika beigesteuert, die sie von Kind auf gut bewahrt hat. Aber auch Künstler-, Trachtenpuppen, Marionetten und Kasperlepuppen sowie Sammlerpuppen sind zu besichtigen. Insgesamt mehr als 120 hat Ute Arnold liebevoll in Szene gesetzt. Eine Besonderheit sind die Puppen ohne Gesicht der Amish Children aus Nappanee in den USA.

Die ältesten Exponate in der Ausstellung sind Puppen aus der Biedermeierzeit um 1840. Eine glasierte Porzellankopfpuppe und eine weitere Biskuitpuppe mit Zapfengelenken an den Ellenbogen und Beinen sind Raritäten. Ihre Bekleidung wurde aufwendig gefertigt. Diese Puppen ähneln in ihrem Äußeren eher kleinen Erwachsenen denn Kindern.

In der Ausstellung erfährt man auch, dass das Wort Puppe angelehnt ist an das lateinische Wort "Pupa", was so viel wie Mädchen bedeutet. Und: Die ältesten Puppen in der Jungsteinzeit waren aus Knochen und Stein gearbeitet, dienten weniger zum Spielen, sondern religiösen Zwecken. Die meisten Puppen aber, die von 1840 bis heute hergestellt wurden und mit welchen sich die Schau befasst, waren als Spielzeuge für Kinder gedacht.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man, Puppen mit kindlichen Charakteren und Proportionen zu fertigen. Bekannt bis heute und als Vorreiterin dieser Epoche gilt Käthe Kruse (1883 bis 1968), deren Puppen ab 1910 weich, biegsam und lebensecht waren. Ebenso bekannt ist Puppenmacherin Margarete Steiff (1847 bis 1909); ihre Stoffpuppe "Puppenkind" kam 1895 auf den Markt.

Als der älteste durchgängig betriebene Puppenhersteller seit 1896 gilt die Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik, bekannt unter "Schildkröt". Außerdem etablierte sich die Puppen- und Spielwarenproduktion in Sonneberg und Waltershausen sowie Nürnberg. Eine Sonni-Puppe hatte zu DDR-Zeit wohl jedes Mädchen. Zu den heute modernen Puppen gehören die Barbies, die seit 1959 hergestellt werden. Ergänzt wird die Puppenschau von einer Fotodokumentation.

Beim Sortieren der Exponate hatte Ute Arnold einiges zu tun. "Seit 1890 muss jede Puppe eine Marke oder ein Etikett tragen. Dieses und die Seriennummer findet man meist im Nacken der Puppe. Wer die Faszination der Puppen erleben will, ist zur Ausstellung im Heimateck willkommen.

Die Ausstellung öffnet am morgigen Samstag um 10 Uhr. An diesem ersten Ausstellungstag ist von 10 bis 17 Uhr die Puppen- und Bärendoktorin Ute Geier im Heimateck. Sie hält sozusagen Sprechstunde und "heilt" Puppen und Teddybären aller Art und Fabrikate vor Ort. Mit dabei hat sie über 4000 Puppenersatzteile, dazu Bären- und Mamastimmen sowie Puppenperücken. Geöffnet ist die Schau an den Wochenenden vom 30. November bis 22. Dezember, an den Feiertagen 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Am ersten und dritten Adventssonntag kann man Kerzen ziehen und Wachsfiguren gießen, am 3. Adventssonntag gibt es zudem eine Spielzeugvorführung mit Andreas Reißmann aus Greiz.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...