Orgel in der Erlöserkirche nach Sanierung bald wieder komplett

Vor acht Wochen wurde die Jehmlich-Orgel der Erlöserkirche ausgebaut und in Dresden rundumerneuert. In wenigen Wochen soll das Instrument erstmals wieder erklingen.

Plauen.

Am Pfingstsonntag wird es aus gleich drei Gründen feierlich zugehen in der Evangelisch-Methodistischen Erlöserkirche an der Straße der Deutschen Einheit.

Einerseits feiert die Gemeinde ihren 150. Zudem wird der 65. Geburtstag des Gotteshauses begangen, und die Jehmlich-Orgel gibt nach ihrer Generalsanierung dann erstmals wieder Töne von sich. "Wir liegen gut im Zeitplan", versichert Orgelbauer Thomas Braun. Mit seinen beiden Kollegen der Dresdener Traditionsfirma Jehmlich ist der Experte jetzt in der dritten Woche im Kirchsaal zugange, um alle 2160 Pfeifen, die Bälge, Windladen und den Spieltisch wieder ordentlich einzubauen.

Anfang Februar wurden alles in der Werkstatt in Dresden komplett gereinigt und überarbeitet. "Die demontierten Teile haben wir mit einem Lkw transportiert", informiert Braun. Er und seine Mitstreiter gehen mit Ehrfurcht vor bei dem technischen Denkmal, das 1954 erbaut wurde, also aus der Nachkriegszeit stammt. Die Zeit hat teils übel mitgespielt. "Mehrmals verweigerte das Instrument in der Vergangenheit seinen Dienst", erinnert sich Organistin Katrin Nürnberger. Grund seien wohl Defekte an den elektrischen Kontakten gewesen. Doch Braun und sein Team haben nun 40 Meter der porösen Kabel ausgetauscht. Er selbst könne zwar genauso wenig auf dem Instrument spielen wie Pastor Norbert Lötzsch, doch die Kirchenmusiker und das Publikum dürfen sich freuen auf den Klang der besonderen Orgel: Sie besitzt zwei Schallkammern, ertönt quasi stereo und wird elektropneumatisch angesteuert. Außergewöhnlich ist bei dem Instrument ebenfalls, dass Bauteile regelrecht zusammengewürfelt scheinen, offenbar aus Metall-Altbeständen.

Die reine Sanierung schlägt mit etwa 100.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Pfarrer Lötzsch zufolge Kosten für das Aufstellen der Gerüste und Malerarbeiten. Vom Landesamt für Denkmalschutz in Dresden flossen 10.000 Euro. Einen fünfstelligen Betrag steuerten auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vogtland bei. Weitere 48.000 Euro kamen vom Bund. Durch Spenden und Erlöse aus Benefizkonzerten seien 25.000 Euro in die Gesamtsumme eingegangen, so Lötzsch. In seine Kirche, die für die Akustik bekannt ist, passen 650 Menschen. Am 9. Juni, dem diesjährigen Pfingstsonntag, ist man beim Festgottesdienst auf Ansturm gewappnet.

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