Pausa bekommt bunte Skulptur

Als einzige Kommune im Vogtland kommt die Erdachsenstadt bei einem Projekt zu Kunst im ländlichen Raum zum Zuge. Künstlerin Carolin Okon wird in Pausa für einen Hingucker sorgen - mit Bezug zur Region.

Pausa.

Den Entwurf für ihre Skulptur "Der Zähmer" brachte Carolin Okon schon mal mit, als sie am Donnerstag in Pausa offiziell den Auftrag bekam, für die Erdachsenstadt das fast drei Meter große Kunstwerk aus Stahl, 700 Kilogramm schwer, zu schaffen. Im Park an der Ecke Am Plaunschen Tor und Paul-Scharf-Straße trafen sich dazu die Initiatoren und Unterstützer.

Jetzt ist Carolin Okon in ihrer Werkstatt in Leipzig bereits dabei, das Kunstwerk zu schaffen, denn Mitte August soll es fertig sein und in Pausa aufgestellt werden. Doch das ist noch nicht alles: Daneben wird ein LED-Touchscreen-Monitor verankert, der zukünftig über Hoffeste informiert, über die Wetteraussichten und darüber, wo es Hofläden der Direktvermarkter in der Umgebung gibt. Für die Daten will der Fremdenverkehrsverein Rosenbach dann verantwortlich zeichnen.


Die Stadt Pausa-Mühltroff kostet das Ganze nichts, lediglich die Vorarbeiten, eine Bodenplatte und der Zugang, werden von den Bauhofmitarbeitern errichtet, wie Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU) informierte. Ein "gutes Sichtfeld" habe der geplante Standort, meinte er.

Die Aktion geht zurück auf einen Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum", ausgelobt vor knapp einem Jahr vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Insgesamt vier Millionen Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt, wie der Landtagsabgeordnete Andreas Heinz (CDU) informierte. Gefragt waren Ideen zur Gestaltung lebenswerter Gemeinden sowie kreative Konzepte zur Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens und Zusammenhalts im ländlichen Raum. Am Wettbewerb beteiligten sich 334 Vereine, Unternehmen, private Akteuren und Kommune. Projekte in ganz Sachsen werden damit gefördert. Im Vogtland kommt Ellefeld für die Schaffung eines neuen Dorfzentrums im größten Gebäude des Ortes in den Genuss von 400.000 Euro.

Neben 14 Gemeinden hatte der landesweit tätige Verein Sächsisches Landeskuratorium Ländlicher Raum mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Blickpunkte - Kunst im ländlichen Raum" in der Kategorie Kunst, Kultur, Identität auf dem Land eine Prämie gewonnen. Für insgesamt 300.000 Euro können in elf Orten in ganz Sachsen Kunstprojekte umgesetzt werden. Im Vogtlandkreis kam Pausa zum Zuge. Die künstlerischen Arbeiten sollen zum Nachdenken über Werte, Lebenseinstellungen und soziale Beziehungen anregen.

"Die Skulptur hat Diskussionspotenzial, sie polarisiert, ob positiv oder negativ", sagte Julia Floß vom gleichnamigen Agrarbetrieb. Mit ihr hatte die Künstlerin engeren Kontakt geknüpft, als sie sich im Vorfeld in Pausa umschaute. "Ich habe mir die Gegend angeschaut, mich mit Leuten unterhalten", erzählte Carolin Okon. Dabei seien ihr die Schilder "Regional statt global" aufgefallen. Von Julia Floß erfuhr sie dann mehr zu den Problemen der Landwirte im Vogtland, etwa die Sommerhitze 2018 oder die niedrigen Milchpreise. Ihr gefiel auch, dass die Landwirte mit der Initiative "Heimat braucht Bauern" zusammenarbeiten statt konkurrieren. So sei sie auf die Idee der Skulptur gekommen. "Ein Mann reitet, zähmt den Traktor", so die Künstlerin. Sie wolle damit ausdrücken, dass es die Bauern nicht leicht haben. "Die Skulptur passt in den ländlichen Raum", so Heike Löffler vom Fremdenverkehrsverein Rosenbach.

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