Pausaer Arzt stellt erstmals seine eigenen Bilder aus

Als Allgemeinmediziner ist er in und um Pausa bekannt. Jetzt zeigt HansJoachim Schütt erstmals seine künstlerische Seite. Warum er das immer vor sich hergeschoben hat.

Pausa.

Es ist die erste öffentliche Ausstellung des promovierten Pausaer Mediziners. Im Foyer seiner Praxis stellt Hans-Joachim Schütt jetzt erstmals 20 eigene Bilder unter dem Motto "Sommerimpressionen" zur Schau. Es sind vor allem Aquarelle. Zur Vernissage am Samstag, die mit klassischer Musik untermalt wurde, kamen vor allem befreundete Arztkollegen, aber auch Pausaer Kunstfreunde. Er sei sich erst unsicher gewesen, die Bilder öffentlich zu zeigen, sagt Schütt. Es waren Freunde, die ihn zu der Ausstellung ermutigten. Jetzt sei er dankbar dafür.

"Seit über 40 Jahren bin ich vor Ort", berichtet Hans-Joachim Schütt, der auch einer der stellvertretenden Bürgermeister von Pausa-Mühltroff ist. "Angefangen hatte ich 1979 als Assistenzarzt, und ab 1984 war ich leitender Arzt im Landambulatorium." Als dieses nach der politischen Wende aufgelöst wurde, eröffnete Schütt, Jahrgang 1952, mit seiner Frau Siegrid, ebenfalls Allgemeinmedizinerin, an gleicher Stelle eine Gemeinschaftspraxis. Heute arbeitet das Paar altershalber nur noch an einigen Tagen der Woche in der Praxis. Zwei weitere Ärztinnen sind für Patienten in und um Pausa da.

Weniger Arbeit, dafür Engagement im Stadtrat, aber auch eine schwere Krankheit und verstärkte Hinwendung zum christlichen Glauben folgten. Und Hans-Joachim Schütt nahm sich bewusst Zeit für eine Beschäftigung, die er neben der Musik schon immer mochte: das Malen.

Im Sommer 2017 folgte er der Einladung der befreundeten Künstlerin Isolde Roßner aus Hohenstein-Ernstthal zu einer mehrtägigen Malfreizeit in Bad Blankenburg. "Sie hat sich gefreut, dass ich kam." Vor allem, weil er die Zahl der teilnehmenden Männer verstärkte. Es entstanden erste Zeichnungen mit Kohle, Pastelle und Aquarelle.

An einem Bild malt er einige Stunden: "Es hängt davon ab, wie es einen packt." Vorher zeichnete Hans Joachim Schütt eher sporadisch. "Ich habe auch als Kind schon gerne gemalt." In Kunst hatte er in der Schule immer eine Eins. Jetzt hat er sozusagen das Hobby neu entdeckt. "Ich habe gemerkt, beim Malen lächle ich. Und es tut mir gut." Im Gartenhaus hat er sich ein Atelier eingerichtet. "Am meisten Freude habe ich an Aquarellen", sagt der Pausaer. Es sind Blumen wie Akelei, Iris, Ranunkel oder die Mohnblüte, die ihn zum Malen inspirieren. Aber auch die Ostsee, insbesondere Hiddensee und Rügen, hat er gemalt. "Jeden Sommer bin ich eine Woche zur Malfreizeit in Binz", berichtete der Arzt. "Ich male auch direkt am Strand." Leute gucken da schon mal über die Schulter, man kommt ins Gespräch. Auf den Aquarellen in der Ausstellung findet man etwa den Leuchtturm auf Hiddensee, die Kreidefelsen von Saßnitz, den Hafen von Seedorf oder Mönchgut an der Südspitze von Rügen.

Was der Hobbymaler noch nicht zeigt: Gotteshäuser. "Mein Ziel ist es, die Kirchen der Umgebung zu malen." Eine ganze Reihe ist schon entstanden - der Grundstein für eine vielleicht weitere Ausstellung.

Die Ausstellung "Sommerimpressionen" von Hans-Joachim Schütt ist im Foyer der Pausaer Arztpraxis bis Ende Dezember zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

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