Pflanzaktion in Uganda als Zeichen gegen Fremdenhass

Der Pausaer Filmemacher Michael Rischer möchte Schüler der Region für Projekte begeistern, mit denen Menschen in fernen Ländern unterstützt werden. Ein Anfang ist gemacht.

Pausa.

An einem Strang ziehen, voneinander lernen, einander verstehen. Egal ob man in Uganda, Deutschland oder Brasilien lebt. "Und dabei erkennen, dass wir gemeinsam eine wunderschöne Erde haben." Das ist der Wunsch von Michael Rischer, Filmemacher aus Pausa, und Axel Brümmer, Weltumradler aus Saalfeld.

Die Filmemacher Michael und Annett Rischer aus Pausa setzen sich für Länder vor allem in Afrika ein, in welchen Armut herrscht. Axel Brümmer, der mit Peter Glöckner vor 30 Jahren, gleich nach dem Mauerfall, aufbrach per Fahrrad, um die Welt zu erkunden, engagiert sich heute im Verein Global Social-network. Jetzt haben sie sich zusammengetan, um Schüler hierzulande für ihre Projekte in ganz verschiedenen Ländern der Erde zu begeistern. "Wir wollen Schulen damit anstecken, dass sie mitmachen wollen", sagt Michael Rischer. Es soll eine Vernetzung von jungen Menschen hierzulande, in einem der reichsten Länder der Welt, mit Gleichaltrigen etwa in Uganda geben, denen es nicht so gut geht. Um zu sensibilisieren, um Nähe aufzubauen, damit man berührt wird vom Schicksal eines anderen jungen Menschen. Auch wenn man tausende Kilometer entfernt ist. Einfach schauen, was die Menschen ganz woanders auf der Welt in ihrem Leben machen, in Arbeit oder Schule, in Projekten für die Umwelt und auch in der Freizeit. "Wir waren in 163 Ländern unterwegs", sagte Brümmer. "Wir haben viel Elend gesehen. Vor 28 Jahren hatten wir ein Projekt mit Kindern in Bolivien gestartet." Inzwischen sind es viele Hilfsprojekte. Immer mit dem Gedanken, gleichaltrige Kinder oder Jugendliche aus fernen Ländern und aus unserem Land zusammenzubringen.

Michael Rischer und Axel Brümmer setzen auf Ideen der jungen Menschen hierzulande. Nicht Geldspenden sollen das Ziel sein, sondern Geld für ein Projekt selbst erarbeiten, Ideen umsetzen, dazu wollen die Weltenbummler die Schüler animieren. Rischer war bereits im Sommer mit Sylvia Nanukasa aus Uganda, die voriges Jahr als Sprecherin der internationalen Gruppierung "Frauen für Klimagerechtigkeit" am UN-Weltklimagipfel dabei war, in der Pausaer Oberschule.

"In Uganda gibt es nur zwei Jahreszeiten. Regenzeit und Trockenzeit", erklärte Rischer. Er erläuterte, dass ein Baum, den man in Uganda pflanzen will, fünf Euro mit regelmäßiger Bewässerung kostet. Im Januar sollen die gekauften Bäume dann von Sylvia Nanukasa und Schülern in Uganda gepflanzt werden. Rischer will Briefe der deutschen Schüler, die sich fürs Projekt einbringen, mitnehmen für die dortigen Gleichaltrigen. Ein Selfie und der Lebenslauf sollen mit rein. Und: "Zwei Schüler könnten mit nach Uganda reisen", stellte er in Aussicht. Wobei man sich keine Urlaubsreise vorstellen sollte, sondern es wird nach den Hilfsprojekten geschaut. Beispielsweise sollen noch Wassertanks installiert werden, welche die Menschen in Uganda in der Trockenheit zur Versorgung nutzen. Bereits am 12. Dezember steht eine Reise nach Brasilien an, um dort Bäume zu pflanzen. "Eine Schülerin aus Pausa wird mit uns dabei sein", so Rischer.

In der Osterzeit geht es nach Indonesien zu den Seenomaden. Am zweiten Global-Social-Tag, den Axel Brümmer nächstes Jahr organisieren wird, sollen in ganz verschiedenen Ländern der Welt, von Australien über Indonesien bis Deutschland, Bäume gepflanzt werden. Um ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Fremdenhass hat da keine Chance.

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