Pilzexperten machen Appetit auf Schwamme

Überall bei "Freie Presse" gibt es den neuen Pilz- Kalender für 2017. Er zeigt, was an Bäumen wächst, enthält Infos und Rezepte.

Plauen.

Was die Pilze angeht, so ist der Vogtländer eher wählerisch - längst nicht alles, was bei gutem Wetter an essbaren Schwammen aus der Erde sprießt, landet auch erst im Korb und dann auf dem Speiseplan. Oft sind es nur wenige Sorten. Selten vertreten sind zum Beispiel Pilze, die an Holz wachsen, so Lothar Roth aus Adorf, Vorsitzender der Vogtländischen Arbeitsgemeinschaft Mykologie. "Was es da gibt, darüber wollen wir die Leute aufklären", sagt er zur Idee, solche Speise- und Giftpilze in den Fokus des Vogtländischen Schwammekalenders 2017 zu stellen.

Der zweite Grund ist ganz aktuell: In sehr trockenen Jahren wie in diesem und im vorigen Jahr sind solche Pilze eher zu finden als die, die direkt aus dem Boden wachsen. "Auch in solchen Perioden speichert Holz noch genügend Feuchtigkeit", weiß Roth. Der neue Kalender profitiert vor allem von Aufnahmen des Reichenbacher Pilzberaters Klaus Lorenz. "Er ist ein hervorragender Pilzfotograf", lobt Roth und weiß, wie schwierig es mitunter ist, eine geeignete Aufnahme zu finden. Vor Jahren klemmte es ausgerechnet bei einem häufigen Schwamm wie dem Perlpilz. Vorteil für die vogtländischen Pilzkundler, dass sie über ein dichtes Netzwerk Gleichgesinnter verfügen. So helfen auch für den Kalender 2017 wieder die benachbarten tschechischen Mykologen um Jiři Pošmura mit Aufnahmen.

Neben großen Pilzbildern und Kalendarium enthält der Almanach ausführliche Beschreibungen der Pilze. Dazu warnen die Experten in Wort und Bild, die Schwamme nicht mit ähnlichen, giftigen Arten zu verwechseln - wie das essbare Stockschwämmchen mit dem Nadelholzhäubling, der ebenso gefährliche Giftstoffe wie der berüchtigte Knollenblätterpilz enthält. Ebenfalls auf jedem Kalenderblatt: ein Pilzrezept. Gebratene Schopftintlinge, Bovist-Schnitzel oder Judasohr-Crostini gefällig? Auch Suppen und Salate lassen sich aus manchem zaubern.

Den Kalender komplettiert eine Liste der Pilzberater des gesamten Regierungsbezirks. "Die Berater werden immer älter und immer weniger", bedauert Roth. Doch es gibt Lichtblicke. Im Pilzverein gibt es junge Leute um die 30, 40, die teils schon eingestiegen sind. Als Beispiel nennt Roth Christian Olsson in Plauen - und im ostvogtländischen Waldgebiet wird eine junge Frau die Lücke schließen, die der verstorbene Karl Schneider aus Morgenröthe-Rautenkranz hinterlassen hat.

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