Pirk: Weniger Bäumen droht die Axt

Ministerium befürwortet Verlegung der Baustraße

Taltitz.

Nach der Beschwerde über die Pläne der Landestalsperrenverwaltung zur Dammsanierung am Vogelschutzbecken der Talsperre Pirk bis an die Adresse von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat das Umweltministerium das für den Herbst geplante Vorhaben erneut geprüft. Ergebnis: Die Verlegung der Baustraße von der Dammkrone ins Flussbett der Weißen Elster wird als ausreichend bewertet. "Damit wird dem Gebot der Eingriffsminimierung Rechnung getragen", sagt Pressesprecher Frank Meyer auf Anfrage. Statt 71 Bäume sollen mit der Verlegung der Trasse und einer Verringerung des Baufeldes noch 34 Gehölze fallen. Nur drei dieser Bäume erreichen einen Stammdurchmesser von 30 bis 60 Zentimeter, betont das Ministerium nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde in Plauen.

Vertreter des Vereins Sächsischer Ornithologen, die sich für den Schutz des Gebiets stark machen, fürchten einen massiven Eingriff durch die Bauarbeiten. Der Klingenthaler Stephan Ernst hatte 176 Bäume im Gebiet gezählt, denen mit der Sanierung des Damms die Axt drohen könnte. Ohne Planfeststellungsverfahren müssen Einwände von Umweltverbänden nicht beachtet werden. Der Clinch zwischen LTV und Naturschützern gipfelte in der Beschwerde nach Dresden. Die Ornithologen fürchten, das Gebiet als Schutz- und Brutgebiet seltener Vogelarten zu verlieren, falls zu viele Bäume des Schutzgürtels fallen. Die Untere Naturschutzbehörde teilt diese Einschätzung nicht. Der Schutzstatus für das Areal als Rückzugsort für wasserbrütende Vogelarten werde gehalten. Ihr Lebensraum werde weder flächenmäßig dezimiert noch bau- oder anlagebedingt beeinträchtigt, hieß es. Zudem werde außerhalb der Brutzeit gebaut. (nij)

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1Kommentare
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  • 2
    0
    Tauchsieder
    06.08.2019

    Zitat aus dem Text: - Die Untere Naturschutzbehörde teilt diese Einschätzung nicht. Der Schutzstatus für das Areal als Rückzugsort für wasserbrütende Vogelarten werde gehalten - Zitat Ende.
    Und viele teilen diese Aussage und Einschätzung der Naturschutzbehörde nicht. Diese sah auch beim Schwarzbau des "Elsterradweg" bei Adorf keinen Handlungsbedarf. Dort ging es auch, wie eben hier im Vogelschutzgebiet "Dobeneck", um das Bauen in einem geschützten Landschaftsteil. Da wurden Kreisnaturschutzbeauftragte seitens des LRA bemüht um damals dieses Projekt durchzuboxen, mit unhaltbaren Aussagen, wo man sich anschließende die Frage stellte, wie konnten sie zu solchen "Ecksperten" berufen werden.
    Dieser Fachbehörde des LRA, sowie dem LRA selbst, zeigte dann aber das OVG Bautzen auf, wie mit Naturschutzrecht und Gesetzen umzugehen ist. Dies war eine krachende Niederlage für Beide und lässt bezüglich solcher Aussagen, wie hier im aktuellen Fall, diese in einem mehr als fragwürdigen Licht erscheinen. Noch so eine Klatsche vor einem Gericht dann können sie einpacken und das Szenario steht im Raum.



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