Plauen baut Elsterbrücke neu - Nadelöhr ist 30 Monate dicht

Ab 2021 wird der Übergang über den Fluss abgerissen und neu errichtet. Aber braucht man wirklich eine so große Brücke?

Plauen.

Der direkte Weg zwischen Plauener Stadtbad und Innenstadt ist ab 2021 wohl für mehr als zwei Jahre dicht. Denn die neue Elsterbrücke wird komplett abgerissen und anschließend wieder gebaut. Dies teilte Baubürgermeister Levente Sárközy Montagabend beim Stadtbau- und Umweltausschuss mit. "Die Spannbetonbrücke bereitet uns zunehmend Probleme", so Sárközy.

Ein Horrorszenario wie vor einer Woche beim Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua müsse man aber nicht befürchten, betonte er. Die Katastrophe sei auch nicht der Auslöser für den geplanten Brückenneubau in Plauen gewesen. "Das war schon vorher bei uns ein Thema",betonte Sárközy.

"Das Problem ist der in der Brücke verwendete Spannstahl", erläuterte Thomas Müller, im Plauener Bauamt für Brücken zuständig. Dieser könne unter bestimmten Voraussetzungen reißen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Spannungs-Risskorrosion. Gründe können unter anderem eine falsche Metalllegierung sein. Möglicherweise sei das Material auch schlecht eingebaut oder zuvor unzureichende gelagert worden. "Noch haben sich aber keine Risse gebildet", betonte Müller.

Doch soweit will man es bei der Stadt erst gar nicht kommen lassen. Deswegen plant man jetzt schon für einen Neubau. "Wir müssen alle tragenden Teile ersetzen", so Brückenspezialist Müller. Im Jahr 2021 soll es nach jetzigem Stand losgehen. Als Bauzeit werden 30 Monate veranschlagt. Die Kosten liegen bei zwölf Millionen Euro.

Eine derart wichtige Verkehrsader einfach mal für mehr als zwei Jahre kappen - kann das wirklich gut gehen? "Wir haben uns große Gedanken darüber gemacht, den Straßenbahn-Verkehr aufrecht zu erhalten", sagte Baubürgermeister Sárközy. 30 Monate lang Ersatzbusse fahren lassen - dies wolle man vermeiden. Nun wird während der gesamten Bauphase zumindest ein Straßenbahngleis zur Verfügung stehen.

Um eine Umleitung für die Autofahrer macht man sich im Plauener Rathaus dagegen weniger Sorgen. Da gibt es offenbar genug Alternativen. Dies brachte Stadträte verschiedener Parteien auf eine gemeinsame Idee: Kann man die neue Brücke nicht einfach schmaler bauen? Offenbar ist das jetzige Bauwerk überdimensioniert. Der Baubürgermeister sagte dazu spontan weder ja noch nein, wirkte aber durchaus interessiert. Sárközy: "Wir greifen die Idee auf."

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2Kommentare
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    kgruenler
    22.08.2018

    @Tauchsieder: Nein, es wird kein künstlicher Engpass errichtet, es wird lediglich ein marrodes Bauwerk durch ein neues ersetzt und die heutigen Gegebenheiten berücksichtigt. Die Brücken (eigentlich sind es nämlich zwei) aus den 1970er Jahren wurden damals unter anderen Vorraussetzungen gebaut, deswegen wurde in Folge ja auch die historische Innenstadt abgerissen, um mehrspurig durchs Zentrum zu fahren, was aber glücklicherweise nie kam.

  • 1
    2
    Tauchsieder
    22.08.2018

    Dabei sollte man sich die Frage stellen will man einen "künstlichen" Engpass errichten, mit allen negativen Folgen. Da kann man dann auch wieder über die alte Külzbrücke fahren, dies ging ja über hunderte von Jahren auch und es müsste nur die "Neue" abgerissen werden. Ein sehr provinziales Denken.



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