Plauen testet bis Jahresende vier Optionen für Glyphosat

Abkehr vom Totalherbizid: Alternative gesucht für umstrittene Unkrautkeule

Plauen.

Nach der ersten Test-Runde für einen chemiefreien Unkrautvernichter im Plauener Stadtpark vergangene Woche plant das Rathaus noch weitere Verfahren zu prüfen. Die Tests, mit denen eine Alternative zum umstrittenen Totalherbizid Glyphosat gesucht wird, sollen bis zum Jahresende an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet stattfinden. Praktikabel und kostengünstig sollen die Lösungen sein. Wo überall geprüft wird und welche Methoden ausprobiert werden, erklärte nun auf Anfrage Ulf Merkel, Sachbearbeiter Kommunales Grün.

Als Teststrecken festgelegt sind nach seinen Angaben die Grünanlagen Richard-Wagner-Platz, Mendelssohnplatz, Stadtpark, August-Bebel-Hain, Endschleife Süd und Rückertplatz. Im Stadtpark komme das Heißwasser-Schaumverfahren zum Einsatz. "Auf dem Richard-Wagner-Platz, im August-Bebel-Hain und auf dem Mendelssohnplatz erfolgte vor Kurzem die Unkrautbekämpfung mittels Gasbrenner", so Merkel. Auf der Grünanlage Endschleife Südvorstadt lasse die Stadtverwaltung ein alternatives Herbizid ohne Glyphosat ausprobieren. Auf dem Rückertplatz werde das Heißwasserverfahren getestet. "Die Immobilienservice GmbH führt die Leistungen teilweise selbst durch", erläuterte Merkel. Teilweise seien auch Spezialfirmen beauftragt. Die Tests, die übers Jahr verteilt stattfinden, kosteten die Stadt etwa 33.200 Euro brutto.


Bis wann Ergebnisse feststehen, ist noch offen. Jetzt sei es dafür noch zu früh, so Merkel: "Zu den Ergebnissen kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden." Die besten Verfahren sollen ab 2020 zum Einsatz kommen. Denn auf Dauer will die Stadt weg von der Verwendung von Glyphosat. Vor einem guten Jahr hatte der Stadtrat grünes Licht gegeben für einen schrittweisen Ausstieg. Deshalb hatte die Stadtverwaltung zum 1. Januar ein groß angelegtes Pilotprojekt zum Glyphosat-Ausstieg gestartet. Die Tests von alternativen Unkraut-Stoppern sind ein Teil davon.

Glyphosat hat den Ruf, Krebs zu verursachen und Insektensterben auszulösen. Gleichzeitig gilt das weltweit eingesetzte Herbizid als wirksam und kostengünstig. In der EU ist der umstrittene Wirkstoff bis Ende 2022 zugelassen.

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