Plauener Band Polis rockt als Lokalmatador hiesiges Festival

Die Vogtländer eröffnen beim 7. Artrock-Festival in Reichenbach den Samstag mit fettem Sound und deutschen Texten. Ein neues Album ist in Arbeit.

pLAUEN/Reichenbach.

Das gab es noch nie. Erstmals steht eine Band aus dem Vogtland beim Artrock-Festival in Reichenbach auf der Bühne. Die Plauener Band Polis eröffnet am heutigen Samstag kurz nach 12 Uhr das Tagesprogramm.

"Es freut uns sehr, als Lokalmatador bei diesem inzwischen renommierten Festival spielen zu können", sagt Sänger Christian Roscher. "Wir kannten Veranstalter Uwe Treitinger schon länger und waren mit ihm im Gespräch. Toll, dass es jetzt geklappt hat." Für Polis, die schon viele internationale Gigs absolvierten, darunter auf Open-Air-Events in Italien und Tschechien, ist Reichenbach etwas besonderes: "Wo anderswo ein großer Kreis von Bookern aktiv ist, drückt hier Uwe dem Festival seinen Stempel auf. Er hat einen unschlagbaren Instinkt, sorgt für die richtige Mischung und hat ein super Team an seiner Seite", sagt Roscher.

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Polis (Altgriechisch für Stadt) gründete sich 2010. Die Band besteht aus Sascha Bormann am Schlagzeug, Andreas Sittig am Bass, Marius Leicht an den Tasten, Christoph Kästner an der Gitarre und dem Sänger Christian Roscher. Der Sound der 1970er-Jahre hat es dem Quintett angetan. Hammond-Orgel, alte Gitarren und Verstärker sorgen dabei mal für richtig fetten Rocksound, mal aber auch für liedhafte Romantik. Beeinflusst von Krautrock und spätromantischer Klassik. Das Deutschlandradio Kultur urteilte: "Musik wie aus der Zeit gefallen - mit Texten voller Poesie." In Deutsch! "Unser Basser wollte das so. Für mich war es die erste Erfahrung, deutsche Texte zu schreiben und zu singen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, das man transportiert. Deshalb sind wir dabei geblieben", erklärt Christian Roscher. Dabei fällt die lyrische Qualität auf. So heißt es zum Beispiel in "Sein I": "Der Herbst spricht von der Blüte. Der Tote spricht vom Leben. Die Habsucht von der Güte. Wie der Geizige vom Geben." Oder in "10.000 Jahre": "Wir haben das Schiff Zukunft genannt. Beim Blick zurück muss ich weinen. Alles und jedes, was ich je gekannt. Wird fern wie ein Stern einst erscheinen." Musikalisch erinnert Polis stellenweise etwas an Elektra, gesanglich an Rio Reiser.

Bislang hat die Band zwei Platten herausgebracht. 2011 "Eins" und 2014 "Sein". "Wir sind jetzt drüber, die dritte Platte zu produzieren", berichtet Christian Roscher. Im Oktober wurden die neuen Songs aufgenommen. "Die ersten Stücke haben wir jetzt nach England in Peter Gabriels Real World Studios geschickt." Dort erhalten sie von Oli Jacobs und Tim Oliver das Finish. "Weltklang" soll das neue Album heißen und voraussichtlich im Herbst erscheinen.

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