Plauener bringt mehr spanische Lebensart in die Innenstadt

Florian Göbel ist mit seinem Geschäft "La Tienda" umgezogen. Die bisherige Weinhandlung hat er um neue Angebote erweitert. Für die Zukunft gibt es noch einige Ideen.

Plauen.

"La Tienda" kommt aus dem Spanischen und heißt sinngemäß übersetzt "Kleines Lädchen". Doch seitdem Inhaber Florian Göbel zum 1. April von der Straßberger Straße 23 an die Neundorfer Straße umgezogen ist, kann man von einem kleinen Lädchen nicht mehr sprechen. Aus 35 Quadratmetern Verkaufsfläche sind nun 90 geworden. Damit hat Göbel jetzt so viel Platz, dass er Tische und Stühle anschaffen konnte und nun auch Mittagstisch anbietet. Von Mittwoch bis Samstag ist geöffnet. Jede Woche gibt es eine andere Speisekarte, und das Angebot besteht größtenteils aus spanischen und italienischen Gerichten.

Alles, was man im Geschäft an der Straßberger Straße schon kaufen konnte wie Wein, Essig, Öl, Nudeln, Pestos und Gewürze, ist auch jetzt noch im Angebot. Hinzu kommen jedoch noch einige ausländische Biersorten aus Spanien, Portugal und Kuba.


Wenn sich alles eingelaufen hat, will Göbel eine Art "Kleine Kochschule" ins Programm aufnehmen. "Zehn bis zwölf Personen können dann hier lernen, wie man spanische Gerichte zubereitet. Es soll aber nicht der übliche Kochkurs werden", erklärte der 29-Jährige. Er möchte den Teilnehmern in geselliger Runde und besonderem Ambiente ein südländisches Kocherlebnis unter dem Motto "Kochen mit Freunden" ermöglichen. Wer teilnehmen möchte, müsse sich vorher anmelden.

Dass Florian Göbel sein Herz an die spanische und die italienische Lebensart verloren hat, liegt an seiner Reiselust. Wann immer er kann, packt er den Rucksack, schnürt die Wanderschuhe und geht mit Freunden auf Tour. Er war schon in Mexiko und auf Hawaii, aber immer wieder zieht es ihn nach Spanien. "Ich liebe das warme, spanische Essen, die Lebenskultur und die gelassene Art der Menschen", gesteht er. Wenn er unterwegs ist, mietet er sich gern eine Unterkunft mit Küche, damit er selbst kochen kann. "Bin ich in Spanien, verwende ich, wie auch die Südländer, gern Knoblauch, Kräuter, Meeresfrüchte, Fisch und kanarische Kartoffeln." Vieles, vor allem Gewürze, bringen er oder die Eltern auch aus den fernen Ländern mit, um es in der heimischen Gaststätte zu verarbeiten.

Nun könnte man meinen, Göbel sei ein Sternekoch. Doch weit gefehlt. Er ist gelernter Bankkaufmann und Betriebswirt und arbeitet die ganze Woche auswärts bei einer Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft. Und diese Tätigkeit will er trotz der Freude an seinem Geschäft nicht aufgeben. "Vielleicht übernimmt es meine Mutter eines Tages als Inhaberin. Sie ist jetzt schon verantwortlich, hat nur noch meinen Vater und zwei weitere Mitarbeiter an ihrer Seite", sagt er. "Aber wir telefonieren jeden Tag miteinander, sodass ich immer über alles informiert bin." Freitags kommt er nach Hause. Dann findet man den 29-Jährigen auch in seinem Geschäft.

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