Plauener bringt Wärme nach Rumänien

Kaminbauer Axel Götze hat ungezählte Arbeitsstunden in den Wärmespender gesteckt. Jetzt verschenkt er ihn. Denn er hat ein Motto: "Man muss auch mal helfen können."

Plauen.

Selbst bei der Schwüle und den sengenden Temperaturen dieser Sommertage hat Axel Götze nur eine Sache im Kopf - wie er anderen Menschen behaglich einheizen kann. Kein Wunder, denn der 58-Jährige ist Kamin- und Ofenbaumeister. Und das mit Leidenschaft, wie er sagt. Nicht immer verlangt er Geld für seine oft außergewöhnlichen und exquisiten Feuerstellen.

Zum Beispiel liefert Götze jetzt kostenlos einen rund 1 mal 1,30 Meter großen Kachelofen ins rumänischen Sibiu (Hermannstadt), der Metropole des deutschsprachigen Siebenbürgen. Für das dortige evangelische Gemeindezentrum möchte der Plauener die Wärmequelle bauen - von der Idee bis zur Realisierung dauerte es nur etwa ein halbes Jahr. "12.000 Euro stecken im Ofen", sagt Götze. Weshalb er und weitere Sponsoren darauf verzichten?

Für Axel Götze, dessen Firma sich am Leuchtsmühlenweg in Plauen befindet, ist die Antwort einfach: "Ab und zu muss man auch einfach mal helfen können." Er tut's immer wieder, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Osteuropa-Hilfsverein Keimling. In den nächsten Tagen will der kreative Handwerker nach Rumänien fliegen, wo ihn der selbst vorgefertigte und gut verpackte Ofen als eine Art Fertigbausatz schon erwarten wird. Mit zwei Helfern wird Götze das 1,55 Meter hohe Teil mit seinen grünen Kacheln vor Ort aufbauen. "Wir brauchen bestimmt zwei bis drei Tage", schätzt er. Der Ofen soll künftig einen sehr großen Gemeinschaftsraum erwärmen. Mit einem kurzen Urlaub verbinden könne Götze seinen Aufenthalt im Karpatenland diesmal nicht, bedauert er. Zu viel Arbeit warte zuhause auf ihn. Dabei liebe er die Entschleunigung und auch, mal aus dem Alltag rauszukommen. Die nächste Gelegenheit dafür steht schon in Götzes Kalender. Mitte September will er einen Ofen im Watzmannhaus aufbauen, einer Hütte des Deutschen Alpenvereins. Darauf freut sich Götze, erklimmt er doch selbst für sein Leben gern Berge. Außerdem werde es vermutlich etwas spektakulärer, müsse doch jedes Teil mit dem Hubschrauber hochgebracht werden.

Mit Öfen aus Plauen in den Alpen kann Götze übrigens noch öfters aufwarten. Beim letzten Mal hat er ein Exemplar in der Höllentalangerhütte unterhalb der Zugspitze gefertigt. Damals ging die Montage recht schnell. Nicht wie mit dem Ofen für den Sohn eines Schönheitschirurgen in Japan. 2012 war das. Die Katastrophe in Fukushima machte damals einen Strich durch Götzes Rechnung. Drei Jahre lang musste das Mitglied des Ofenrates auf die Realisierung warten.

www.keimlingev.de

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