Plauener in Not: Verein will seine Hilfe ausweiten

Drogenmissbrauch und Alkoholsucht, Krankheit und Behinderung - eine Initiative unterstützt Betroffene. Doch eines fehlt.

Plauen.

Menschen, die an Demenz, Burnout oder Psychosen leiden, die alkoholkrank oder drogensüchtig sind, fallen auch in der Region manchmal durchs Raster. Dafür, dass dies nicht geschieht, setzt sich seit 25 Jahren der in Reichenbach ansässige Betreuungsverein Vogtland ein. Woran es noch fehlt, sind Netzwerkpartner - besonders in Plauen. Für eine Zusammenarbeit warb nun Geschäftsführerin Mirjam Foltanyi im jüngsten Sozialausschuss des Plauener Stadtrates.

Die Juristin stellte den vom Freistaat geförderten Verein vor. Dessen Arbeit sei bitter nötig, denn die schwierigen, existenziellen Fälle würden zunehmen, die Schicksale seien teils unglaublich - auch in Plauen. Dort unterhält der Verein neuerdings eine Zweigstelle in der Schloßstraße 34, gegenüber der Tafel der Arbeitsloseninitiative und des Jugendhilfevereins Brücke.

Acht Betreuer, vornehmlich Sozialpädagogen, versorgen im Vogtland 420 Frauen und Männer in Not professionell. Etwa 150 davon stammen aus der Spitzenstadt. Hinzu kämen Menschen, die von Ehrenamtlern Hilfe erhalten. Nicht jeder sei dafür geschaffen, so Foltanyi. "Wichtig ist, dass man Zeit aufbringt, sich gut durchsetzen kann, keine Scheu hat, viele Papiere auszufüllen."

Im Vogtland spiele das synthetisch hergestellte Crystal Meth eine große Rolle, führte Foltanyi aus. Die Schäden, die diese Droge bei Betroffenen verursache, seien oft irreparabel - besonders tragisch, wenn es zudem um deren Kinder gehe, so die Vereinschefin. Doch auch um Obdachlose und Behinderte sorgt sich ihr Betreuungsverein. Zwar leistet sich Plauen mit Jörg Brückner einen Rathausangestellten, der sich um Gestrandete vor Ort kümmert, der zum Beispiel in Notunterkünften nach dem Rechten sieht. Doch eigentlich sei die Versorgung von Wohnungslosen Aufgabe des Vogtlandkreises, so Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). "Wir haben eben ein weites Herz", sagt Fachbereichsleiter Lutz Schäfer - die Tür ist wohl geöffnet für intensive Gespräche.

In Plauen gibt es laut Foltanyi noch zwei weitere Betreuungsverein. www.freiepresse.de/betreuen

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