Plauener lässt legendäre Demo vom Herbst '89 in Farbe aufleben

HERBST '89 Aus nie zuvor veröffentlichtem Material hat Lars Buchmann ein Video über den Wendeherbst 1989 in Plauen kreiert. Es ist auch das Andenken einer Plauenerin an ihren Ehemann.

Plauen.

Sieben Minuten und 44 Sekunden ist er lang: Der Film, den der Plauener Hobbyhistoriker Lars Buchmann jetzt auf der Plattform Youtube online gestellt hat. In "Plauen am 7. Oktober 1989 - Ein Tag, der die Welt veränderte" sind seltene Aufnahmen zu sehen: Farbfotos von der berühmten Demonstration am 7. Oktober 1989, als an die 15.000 Plauener ihren Mut bewiesen und sich dem DDR-Regime entgegenstellten. Doch das ist nicht der einzige außergewöhnliche Stoff.

Denn plötzlich sind keine Standfotos mehr zu sehen, sondern Filmsequenzen von weiteren Demos in Plauen - ebenfalls in Farbe. "Die frühere Direktorin der Grundschule Kuntzehöhe, Helke-Maria Rosenthal, hat mir vor gut einem halben Jahr das Videomaterial zukommen lassen", verrät Lars Buchmann, der sich mit seiner Fotosammlung, Stadtführungen, einem Facebook-Profil und mehr für Plauens Geschichte stark macht. Das Material sei ein Andenken an ihren verstorbenen Mann, so der 39-Jährige weiter: "Sie möchte, dass die Plauener das Video sehen." Kennengelernt haben sich Buchmann und Rosenthal, als er als Erzieher im Hort der Kuntzehöhe arbeitete.


Damit nicht genug: Vor anderthalb Wochen spielte ihm ein weiterer Zufall in die Hände: "Jürgen Kind hat mir Fotos angeboten, die am 7. Oktober 1989 sein Westbesuch im Zentrum gemacht hatte." Zufällig seien sie damals am Tunnel gewesen. Farbaufnahmen von der legendären Demo sind tatsächlich selten, wie Buchmann sagt. Ihm war klar: Aus diesen einzigartigen Materialien soll zum Anlass 30 Jahre Wende ein Film entstehen. Er schnitt das Video zurecht, fügte die Farbfotos ein und ergänzte alles mit Aufnahmen aus seiner Sammlung. Dazu sprach er Text ein. "Das habe ich für den Schaufensterblick-Spaziergang auf der Bahnhofstraße auch schon gemacht", erklärt der Plauener.

Dabei hat er noch mehr geplant: Für den 9. November, zum Gedenken an 30 Jahre Grenzöffnung, kommt noch eine etwa doppelt so lange Version des Videos heraus, verrät der 39-Jährige. Zu sehen sei darin unter anderem, wie Familie Rosenthal eine DDR-Fahne zerschneidet. "Ich möchte informieren", sagt Buchmann über das, was ihn antreibt. Dass angehäufte Sammlerstücke irgendwo gehortet werden, nie gezeigt werden und verstauben, davon hält der Plauener nichts. "Solches Material gehört doch uns allen", findet er, "da sollen auch alle etwas davon haben." So ähnlich wie in einem virtuellen Museum.

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