Plauener stecken voller Pläne für neue vegane Plattform

Schluss mit trockenen Brötchen, Verzicht im Restaurant und schiefen Blicken: Zwei Spitzenstädter wollen Appetit machen auf ein veganes Leben. In Plauen sehen sie dafür viel Luft nach oben.

Plauen.

Missionieren wollen sie auf keinen Fall. Plauen soll auch keine Tierprodukt-freie Zone werden, in der alle nur noch Reis mit Gemüse essen. Darin sind sich André Trispel (40) und Katja Eberhardt (35) einig. "Wir wollen über eine pflanzliche Lebensweise informieren und Angebote in Plauen erweitern", erklärt Trispel. Er und Eberhardt sind seit 1. November die Köpfe der neuen lokalen Gruppe vom internationalen Verein Proveg. Wer sich für vegane Ernährung, Gesundheit, Tierwohl und Umwelt interessiert, ist bei ihnen richtig.

Bisher war Plauen für Proveg ein weißer Fleck, erzählt Eberhardt. Die nächsten Vereinsgruppen fanden sich in Dresden, Leipzig, Weiden und Jena. "Weil es hier nichts gab, haben wir uns gesagt: Wir werden selbst aktiv", fügt Trispel hinzu. Wer zu ihren Treffen kommen will, muss aber nicht gleich bei Proveg Mitglied werden. Für das erste Treffen, das kürzlich stattgefunden hat, hatten sich mehr Gäste als erwartet angemeldet: aus Plauen, Zeulenroda, Hof. Diese Offenheit freut die beiden. "Manchmal wird man als Veganer eben doch ein bisschen schief angeguckt", verrät Trispel. "Es war eine gute Runde und ein sehr angeregter Austausch", sagt Eberhardt über das erste Treffen mit insgesamt elf Teilnehmern.

Bei Austausch und Infos soll es nicht bleiben. "Wir möchten künftig auch etwas zum Probieren und Mitmachen anbieten", so der 40-jährige Energieberater: ein Kochabend oder ein Brunch, zu dem jeder ein veganes Gericht beisteuert. Ein nächstes Treffen mit solchen kulinarischen Kostproben ist für Januar geplant.

Auch mehr Vielfalt und einen unkomplizierteren Alltag für Veganer fänden die beiden toll - und haben sich einiges vorgenommen. "Das geht zum Beispiel bei der Speisekarte im Lokal los", so Eberhardt, Geschäftsführerin des Dachverbands Stadtmarketing Plauen. Kennzeichnungen, welches Gericht sich auch vegan genießen lässt, wären hilfreich - wie mithilfe eines kleinen Aufklebers. Zwar gibt es hier durchaus einige Restaurants, die Speisen ohne tierische Produkte anbieten: zum Beispiel das Mañana, das Café Trömel, die Milchbar, das Café Albert, das Restaurant am Straßberger Tor. Aber wenn es um einen schnellen Mittagssnack geht, wäre mehr Auswahl als Falafel, Salat, Brot oder Nudeln mit Tomatensoße doch schön, so die 35-Jährige.

Bleibt noch das Selberkochen - und das Einkaufen dafür. Nicht nur die Denn's-Filiale, der Eine-Welt-Laden und das Reformhaus in der Stadt-Galerie, auch viele Supermärkte und Discounter in Plauen steigen immer mehr auf vegane Produkte ein, sagen die beiden. Was man aber manchmal bei der Suche nach pflanzlichen Produkten dennoch haben muss, so Trispel augenzwinkernd: Ausdauer.

Infos über die Facebook-Seite "Proveg Plauen" oder per E-Mail an plauen@proveg.com.

www.proveg.com/de

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