Plauener Walkmühle beim Mühlentag dabei

Neben der Windmühle Syrau wird am kommenden Montag auch ein Plauener Kleinod geöffnet haben. Dort gibt es große Pläne.

Plauen.

Wenn am Pfingstmontag zum Mühlentag bundesweit die Mühlen öffnen, ist auch Plauen dabei. Die Walkmühle inmitten der Stadt, etwas versteckt und idyllisch unweit der Weberhäuser gelegen, öffnet ab 11 Uhr. "Wir haben für alle Interessierten einiges zum Thema Wassermühlen, Wasserräder und Wasserkraft vorbereitet", blickt Steffi Müller auf den 5. Juni voraus. Sie betreibt die Walkmühle zusammen mit ihrem Lebensgefährten Matthias Berger.

"Für unsere kleinen und jung gebliebenen Gäste gibt es Spannendes zum Thema zu erforschen." So kann man ein Mühlrad im Kleinformat selbst aus Holz basteln. Und die kulinarische Versorgung der Gäste ist für die Betreiber eine Herzensangelegenheit, sagen sie.

"Dass es hier in Plauen einmal eine Mühle gab, wissen viele gar nicht", sagt Berger. "Das ist alles in Vergessenheit geraten. Wir wollen den Mühlengedanke wecken." Die Historie aber sei auch schwierig und man wisse noch längst nicht alles. Bereits 1120, das ist bekannt, soll der Mühlgraben angelegt worden sein. "Wir haben herausgefunden, dass die Mühle 1497 aufgebaut wurde", so Berger. "Es gab die Götzenmühle als obere Mühle, die Mittelmühle war die Walkmühle und unten an der Elster die Stadtmühle." Das sollen die wichtigsten Mühlen gewesen sein, wenngleich man von noch weiteren spricht.

Von der Walkmühle stand nichts mehr, als Steffi Müller und Matthias Berger nach dem Kauf des noch teils bebauten Geländes die Ärmel hochkrempelten. "Wir haben wochenlang nur Schutt rausgeholt." Dann baute man auf den alten Grundmauern das neue Haus, die heutige Walkmühle. Innen wurde ein gemütlicher Gastraum eingerichtet, die Treppe hoch findet man eine Spielecke für Kinder. Am beliebtesten aber scheint im Sommer die Terrasse zu sein. "Manche Leute sagen, hier hat man den schönsten Blick in Plauen zur Johanniskirche", sagt Berger. Am Geländer wächst der Wein, überall rankt, grünt und blüht es.

Doch eines fehlt: Das Mühlrad, welches sich einst im Wasser drehte. Das ein solches wieder an Ort und Stelle kommt, dafür kämpfen Steffi Müller und Matthias Berger. "Ein Mühlrad für die Walkmühle" ist eines unserer wichtigsten Projekte" so Steffi Müller. Immer wieder haben wir es gehört: "Das schafft ihr nie!" Wasserrecht, Denkmalschutz, Bauplanung, Genehmigungen waren Hürden. "Zeitweise hatten wir das Gefühl, dass uns alle dieses Vorhaben ausreden wollen. Aber wir haben nicht aufgegeben. Alle Genehmigungen sind eingeholt, die Bauplanung ist erfolgt, die Umsetzung der Bauausführung ist abgesprochen und natürlich haben wir bislang alles finanziert", so die Mühlenchefin. Nun aber brauchen die beiden finanzielle Hilfe, um das Mühlrad auch wirklich bauen und in Betrieb setzen zu können. Der Verein der Freunde Plauens hat das Mühlrad-Projekt in seine Arbeit aufgenommen und ruft zu Spenden auf.

Die Betreiber haben sich für eine Variante aus Metall entschieden, welche zudem in der Höhe variiert werden kann. "Der Mühlgraben führt durch die Regelung des Wehrs am Einlauf der Elster einen sehr unterschiedlichen Wasserstand. Ein Eingriff in das Bett des Mühlgrabens und damit die Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung, mit der benötigten Wassermenge, ist nicht möglich", so Berger.

www.walkmuehle-plauen.de

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