Plauens Baumpark-Gründer fahndet nach Chamissos Pflanzen

Bernhard Weisbachs Eifer treibt das Projekt auf dem Friedhof II nun schon seit zehn Jahren voran. Der Landschaftsarchitekt hat aber noch weitere Ideen und Pläne im Kopf.

Plauen.

Für einen Baum sind zehn Jahre nicht viel, für einen langsam wachsenden Baumpark schon eine ganze Menge: Im November 2008 beschloss die Stadt Plauen, den Friedhof II an der Straße Am Preißelpöhl zu einem Arboretum umzugestalten. Die Idee dazu hatte bereits vier Jahre zuvor der Plauener Landschaftsarchitekt und heutige Naturschutzbeauftragte Bernhard Weisbach an die Verantwortlichen herangetragen. Am Freitag beging der Verein der Freunde Plauens das Jubiläum mit einer Feierstunde in der ehemaligen Friedhofskapelle, an der etwa 70 Gäste teilnahmen. Bürgermeister Levente Sárközy erinnerte: "Im Dezember 2008 erfolgte die erste Pflanzung."

Inzwischen sind zahlreiche seltene Gehölze in dem Arboretum zu bestaunen. Dazu gehört auch ein Taschentuchbaum aus China. Seinen Namen hat er von großen weißen Hochblättern, die wie Taschentücher an den Blüten hängen. Gewächse aus Fernost waren die ersten Bäume für die Anlage. "Damals ist ja Olympia in China gewesen", begründete Bernhard Weisbach diese vor zehn Jahren getroffene Auswahl für ein erstes Quartier, wie er einzelne Pflanzabschnitte auf dem als Friedhof geschlossenen Areal nennt.

Derzeit sucht der Naturschützer nach Pflanzen, die Chamissos Namen tragen. "Er war ja nicht nur Dichter, sondern auch Botaniker", weiß der Arboretum-Gründer über Adelbert von Chamisso (1781-1838). Die Arnica Chamissonis, eine nordamerikanische Art der Arnika, ist neben anderen Pflanzen von ihm entdeckt worden. Weisbach: "Ich suche gerade Gärtnereien nach diesen Pflanzen ab", gewährte er Einblick in seine unermüdliche ehrenamtliche Tätigkeit. Die Pflanzen sollen an die Mauer zur Chamissostraße gesetzt werden. "Die Mauer rings um den Friedhof macht uns großen Kummer", ergänzte er. Sie verfalle zusehends. "Wir bitten darum, dass die Stadt hier wenigstens schrittweise vorgeht", so Weisbach im Namen des Vereins der Freunde Plauens, dessen Mitglieder sich mit um das Objekt kümmern und dort schon viele Arbeitssunden geleistet haben. Eine Sanierung sei unumgänglich, Maschendrahtzaun keine Lösung.

Zu tun gibt es noch mehr: Nächstes Jahr soll ein Apotheker-Garten entstehen - mit einem Pavillon darin. Ein Pavillon ist dem Verein bereits angeboten worden. Der steht in Mühltroff. "Unser Problem ist noch der Transport", hieß es. Bei der Gestaltung des Apothekergartens will Weisbach mit Apothekern zusammenarbeiten. In Plauen gab es einen Apothekergarten einst an der Gottschaldstraße. Über die heilbringenden Blüten würden dann mit Sicherheit auch die Bienen fliegen, die seit kurzem im Arboretum angesiedelt sind. Eine junge Lehrerin hat in der Grünanlage Bienenstöcke aufgestellt. Mit der Tracht ist sie zufrieden.

Damit der Baumpark so schön bleibt, wie er jetzt schon ist, wünscht sich Weisbach künftig die Bewachung durch einen Verwalter. Der soll im ehemaligen Friedhofsbau wohnen. Dazu muss dort eine Wohnung geschaffen werden. Interessenten für so eine Stelle habe er bereits eine gute Handvoll. Nach Bernhard Weisbach sprach Brigitte Kunze über die alten Grabanlagen auf dem Gottesacker.

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