Plauens Brodeln vor dem großen Umbruch 1989

Herbst '89 Die Malzhaus-Galerie zeigt die lebensnahe Ausstellung "Der 7. Oktober 1989 in Plauen - Die Vorgeschichte".

Plauen.

Diese Ausstellung lebt: Mit der Rückschau auf die Ereignisse, die Plauen 1989/90 zu einem besonderen Ort der deutschen Geschichte wachsen ließen, werden die Macher im Malzhaus unterschiedlichen Alters- und Zielgruppen gerecht. Anders als mitunter bei eingekauften Expositionen, lebt die am Abend des symbolträchtigen Tages der Deutschen Einheit eröffnete Schau "Der 7. Oktober 1989 in Plauen - Die Vorgeschichte" von Exponaten, die nach Aufrufen aus allen Ecken des Vogtlandes zusammengetragen wurden, und von der Dichte der dargestellten Ereignisse. Und schließlich zeigt sie den sich entwickelnden Mut zur Veränderung.

Jenen Bürgermut, der nicht von Ungefähr kam, würdigte zur Eröffnung Lutz Rathenow, Lyriker, DDR-Bürgerrechtler und heute Sachsens Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Entwicklung in Plauen, abseits der Metropolen, sei "etwas Einzigartiges". Sie widerlege jene, die behaupten, der Umbruch sei nur durch Bürgerrechtler und ohne Bürger erfolgt.

Zusammengetragen und aufgebaut haben die Ausstellung der frühere Plauener Kulturdirektor und Interimsleiter der Malzhaus-Galerie, Friedrich Reichel, und Diana Zierold vom Runden Tisch. Während die Ereignisse vom 7. Oktober schon vielfältig beleuchtet wurden, stellt die Schau Themen wie Wahlfälschung, Flucht, die Schönfärberei der Offiziellen und das Brodeln im verfallenden Plauen Ende der 1980er Jahre anschaulich dar. "Vielen Dank an alle Vogtländer, die uns unterstützt haben", betont Friedrich Reichel.

Die Ausstellung wendet sich an zwei wesentliche Zielgruppen: So etwa "ab 45 plus" werden sich viele beim Anblick der Schautafeln und Utensilien an 1989 erinnern. Zugleich bietet die Schau Jüngeren Erklärungen, was sich damals vor der Entladung am 7. Oktober zusammengebraut hatte. Viel Raum nehmen Stasi-Akten ein, die ein differenziertes Bild zeichnen, wer warum zum Spitzel werden konnte. Und wie die zerstörerische Arbeit des schier allmächtigen Ministeriums für Staatssicherheit das Fass in Plauen zum Überlaufen brachte.

Die Ausstellung "Der 7. Oktober 1989 in Plauen - Die Vorgeschichte" ist in der Malzhaus-Galerie bis 24. November montags bis freitags, 10 bis 19 Uhr, und samstags, 10 bis 14 Uhr, geöffnet.

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