Plauens Süden bereitet die Zukunft vor

Wie Plauen von dem 50-Millionen-Euro-Paket der Städtebauförderung profitieren will, steht soweit fest. Einwohner der Stadt haben jedoch ein paar Anregungen dazu.

Plauen.

Nicht der Abschluss, sondern der Auftakt zu einer ständigen Bürgerbeteiligung an den Projekten des 50-Millionen-Euro-Pakets aus der Städtebauförderung soll die Infoveranstaltung am Dienstagabend in der Plauener Festhalle gewesen sein. Das sagte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) den rund 70Anwesenden zu. Er sei "ein ganzes Stück begeistert von der lebhaften Diskussion", erklärte er am Ende der zweistündigen Veranstaltung. "Kommunikation ist kein Stiefkind in unserer Stadt. So muss es auch bleiben."

Nach kurzer Einführung in das Thema diskutierten die Bürger an fünf Tischen über die sogenannten Kern- und Leitprojekte: Stadtbad-Erweiterung, Dreifeldsporthalle am Lessing-Gymnasium, Sportkomplex in der Ostvorstadt, Aufwertung des Mammengebietes und Förderung von E-Mobilität zur Anbindung von Ortsteilen.

Rathaus-Mitarbeiter nahmen die Hinweise der Bürger auf und protokollierten sie zum Teil. So regten Anwohner der Pfaffenfeld-, Wiesen- und Trützschlerstraße für den Anbau des Stadtbades an, ihr Wohngebiet in Betrachtung der künftig über die Turnstraße geplanten Verkehrsflüsse einzubeziehen und möglichst davon zu verschonen. "Das werde ich mir gerne auf die Fahnen schreiben", sagte Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). "Ich werde wieder dazu einladen."

Nicht erfüllen könne man den von Vereinsvertretern geäußerten Wunsch für ein zweites 50-Meter-Schwimmbecken. Dazu reiche der Platz schlicht nicht aus - und es würde auch höhere Zuschüsse für den Bäderbetrieb aus der Stadtkasse bedeuten. Das will Zenner vermeiden. Vom Anbau eines 25 x 34 Meter großen Beckens sollen Familien, Schulklassen und der Rehasport im Stadtbad profitieren. Ihre Nutzungszeiten sind bisher aufgrund starker Beanspruchung für den Vereinssport immer wieder eingeschränkt.

In Bezug auf die Möglichkeiten, das Mammengebiet aufzuwerten, steht die Diskussion noch am Anfang, fasste Baubürgermeister Levente Sárközy (parteilos) Ergebnisse an seinem Tisch zusammen. Da relativ wenig Betroffene dabei waren, soll es weitere Veranstaltungen vor Ort geben. Als Probleme genannt wurden die ÖPNV-Anbindung, wenig Handels- und Gewerbeflächen und ein seit dem Verlust der Kaufhalle fehlendes Zentrum als Treffpunkt für Stadtteil-Bewohner.

Noch wenig konkret blieben auch Gespräche am Tisch für die E-Mobilität, so Stadtplanerin Birgit Winkler. Geäußert wurde dort vor allem der Wunsch nach besseren Radwegen auch in die Ortsteile.

Bereits eine Arbeitsgruppe verabredet hat sich dagegen am Tisch für den Sportkomplex in der Ostvorstadt, von dem Kemmlerschule, der 1. FC Wacker und das Kindercafé Mücke profitieren sollen. Dafür wollen diese an einem Strang ziehen und den Gemeinschaftsgedanken "in der Ost" weiter pflegen.

Zur geplanten Dreifeldsporthalle am Lessing-Gymnasium kam der Hinweis, die Zu- und Abfahrten bei Veranstaltungen klug zu regeln und für einen barrierefreien Weg von der Straßenbahnhaltestelle zur Sporthalle zu sorgen, sagte Oberdorfer, der das Gespräch dort moderierte.

Als nächstes entscheidet der Stadtrat am 8. Oktober über das Gesamtpaket, das den Titel "Zukunft Leben im Plauener Süden" trägt. Die Vorhaben sollen bis 2026 umgesetzt sein. Bundesweit profitieren nur vier Städte vom Modellprojekt. Plauen ist die kleinste und die einzige in Sachsen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...