Pöhl-Verband erzielt 2017 höheren Gewinn

Ein höheres Jahresergebnis als geplant nimmt der Talsperren-Zweckverband aus dem Vorjahr mit. Doch hinter der größten Einnahmequelle verbirgt sich auch das höchste Risiko für die Zukunft.

Pöhl.

Als "sehr gutes Ergebnis" hat die Buchhaltungschefin des Talsperren-Zweckverbands, Kerstin Müller, den Überschuss aus dem Geschäftsjahr 2017 mit insgesamt knapp 170.000 Euro bezeichnet. Das stellt eine Steigerung von knapp 30.000 Euro im Gegensatz zum Vorjahr dar. Das Ergebnis ist somit wesentlich besser als geplant ausgefallen, ist dem Wirtschaftsbericht zu entnehmen. Geplant war ein Gewinn von rund 40.000 Euro.

Umsatz: An Umsatzerlösen hat der Verband in 2017 knapp 2,5 Millionen Euro erzielt. Größter Posten sind dabei Gebühren fürs Jahrescamping: über 1,2 Millionen Euro (Siedlungen Neudörfel, Rodlera, Voigtsgrün: 133.000 Euro). Nächstgrößerer Posten sind mit rund 280.000 Euro Campingplatz-Gebühren für tageweise Touristen, gefolgt von über 240.000 Euro durch die Schifffahrt.

Fördermittel: Zuschüsse an den Verband flossen im Vorjahr in Höhe von knapp 120.000 Euro.

Gästezahlen: Die Saison sei positiv gestartet, heißt es im Jahresbericht. Auch durchwachsenes Wetter habe Gäste nicht abgehalten. Auf dem Touristencampingplatz nächtigten rund 10.100 Gäste insgesamt 26.173 Mal - das sind knapp 5000 mehr Übernachtungen als in 2016. In den Holzhütten, auch Eclus genannt, verbuchte der Verband knapp 1700 Übernachtungen, in der Ferienhütte auf der Schlosshalbinsel waren es rund 300. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 2,6 Tagen - leicht überm Durchschnitt in Sachsen.

Kombi-Ticket: Das Ticket, mit dem Gäste sowohl eine Schifffahrt auf der Talsperre machen als auch die Falknerei Hermann besuchen können, wurde stärker nachgefragt als im Jahr 2016: Mit knapp 1500 verkauften Tickets sind es laut Verband knapp 300 mehr gewesen.

Risiko: Neben der stets unbekannten Größe der Wetterverhältnisse und zunehmender Konkurrenz durch die Wassersportgegend bei Leipzig gibt es ein noch viel höheres Risiko für den Verband. "Das größte Risiko stellt der Generationswechsel auf den Jahrescampingplätzen dar", so die Jahresbilanz. Die Jahresparzellen seien zwar zurzeit fast alle vermietet. Das soll laut Verband auch in Zukunft gesichert sein. Parzellen, die aus Altersgründen aufgegeben werden, sollen "demographieorientiert" aufgestellt werden. Jüngere Camper sollen angelockt werden. Die sanitäre Ausstattung soll "schrittweise" verbessert werden. Als Beispiel für eine erste solche Investition führt der Verband die Sanitär-Anlage am Campingplatz Voigtsgrün an. Die Jahrespacht steigt dort ab nächstes Jahr um 140 Euro an. Mit hinein fließen Umbaukosten für den neuen Trakt. Jüngere Camper, so heißt es im Jahresbericht weiter, bevorzugten zudem immer öfter Wohnwagenparzellen statt eines Stabilzeltes. Stabilzelt-Plätze sollen daher künftig in Wohnwagen-Parzellen umgewandelt werden.

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