Politiker im produktiven Gespräch mit Kreativen

Überleben als Künstler: Staatssekretär Uwe Gaul gibt Vogtländern Tipps

Plauen.

Wie überleben Künstler? Wie präsentieren sie ihre Werke richtig. Wo finden sie Käufer? Der Dresdener Staatssekretär Uwe Gaul gab interessierten Mitgliedern des Bundes Bildender Künstler im Vogtland (BBKV) jetzt Tipps. Dafür war der Mann aus dem Sächsischen Kunstministerium mit Mineralwasser und Keksen zum Gespräch angereist, was laut BBKV-Chef Andreas Rudloff aus Adorf rund zwei Jahre Vorbereitung bedürft habe.

Die Kreativen waren für den produktiven Austausch dankbar und überrascht über die teils sehr konkreten Ideen: Dass das bereits erfolgreich installierte Projekt "Jeder Kita einen Künstler" - eine Kooperation mit dem Kulturraum Vogtland-Zwickau - auf Grundschulen ausgeweitet werden soll, war zum Beispiel eine der Überlegungen. Aber auch, dass es Leute geben müsse, welche die Werke der Künstler vermarkten. Demnächst sollen zwei Vollzeitbeschäftigte mit der Arbeit beginnen, die - mit jeweils zwei halben Stellen - den vier Künstler-Vereinigungen in Plauen, Chemnitz, Leipzig und Dresden assistieren. Ob Galerie-Dienst, Grafik- oder Pressearbeit, bisher geschieht alles im Ehrenamt. Die meisten Künstler der Region leben nicht wie er vom Verkauf ihrer Werke, so Christhard Richter, Holzbildhauer aus Gunzen. Sie müssten "nebenbei" arbeiten, für Organisatorisches, etwa das Schreiben von Fördergeldanträgen, fehlten am Ende des Tages schlicht Zeit und Energie.


"Wir wussten im Vorfeld nicht, was uns beim Gespräch erwartet", gab Richter zu. Die Idee, Künstler beim Kita-Kulturraum-Projekt als Kunstvermittler auftreten zu lassen, gefiel ihm. Goldschmiedin Bianca Hallebach hat Erfahrung damit. Sie berichtete in der Vereinsgalerie in der Plauener Bärenstraße aus der Praxis. Für die didaktische Kompetenz würden Fortbildungen angeboten - sogar kostenlos. Ein wichtiger Aspekt für manch einen Künstler, der vielleicht regelmäßig Kekse oder Wasser frühstückt. Uwe Gaul, der einzige, der Schlips und Kragen trug, empfahl, sich bei ablehnenden Förderbescheiden nicht unterkriegen zu lassen. Man solle das persönliche Gespräch einfordern. "Bleiben Sie wacker!" sagte er.

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