Porträts von Plauener Malerin enthüllen verborgene Gefühle

Jana Geilhof stellt ab Mittwoch in Dessau aus. Die 47-Jährige hat einen begehrten Kunstpreis erhalten und bekommt viel Lob. Sie selbst sieht sich erst auf dem Weg.

Plauen.

"Ein verdammt talentiertes Frauenzimmer" lobt der Plauener Altmeister Manfred Feiler die Plauener Malerin Jana Geilhof. Sie selbst sieht sich bescheiden "auf dem Weg". Ihr besonderes Talent: Porträtmalerei. Dabei arbeitet die 47-Jährige vorwiegend mit der so genannten Drybrush-Technik. Im vergangenen Jahr erhielt sie in Dessau-Roßlau für eines ihrer Werke den Publikumspreis des begehrten Heise-Kunstpreises.

"Nach dem Tod meines Vaters, der 2010 starb, konnte ich nicht anders. Seine Worte: ,Du hast Talent. Mach was draus' gingen mir immer wieder durch den Kopf", erinnert sich Geilhof. Schon seit frühester Jugend hat sie gerne gemalt, vorwiegend Gesichter. 2011 fing sie an, Freundinnen und Bekannte mit Kohle zu zeichnen. Die positive Resonanz machte ihr Mut. "Ich recherchierte und stieß auf die Drybrush-Technik. Das gefiel mir." Mit einem nahezu trockenen Pinsel, an dem einige Ölfarbe-Partikel haften, wird dabei Schicht für Schicht Ölfarbe auf das Papier aufgetragen. "Bei dieser Technik muss man sehr aufmerksam sein", sagt Geilhof. Schon der kleinste Fehler verfälscht das Bild, die Mimik. Und genau das ist es, worauf es ihr ankommt. Die 47-Jährige möchte Emotionen malen. Die dabei entstandenen Werke zeigen dann mitunter mehr, als es die Wirklichkeit je kann. Im vergangenen Jahr malte sie den Plauener Robby Geyer. Seinem Vater gehört das Geschäft Bilderrahmen Geyer. Kunstliebhaber Robby Geyer erkannte das Talent. In vierter Generation rahmt er wie seine Vorfahren Kunstwerke. Sein Bildnis in Drybrush-Technik können die Plauener im Geschäft an der Forststraße bewundern.


"Unsere Bekanntschaft war ganz zufällig", sagt die Malerin. "Ich wollte Bilder rahmen lassen. Jemand hat mich auf dieses Geschäft aufmerksam gemacht." Nun hängt ein Teil von Geilhofs Porträts im Verkaufsraum an der Forststraße. "Die Frauen auf den Bildern sind meine Musen", erklärt die Malerin. Seit Jahren arbeitet sie mit ihnen zusammen. "Wenn ich Fotoshootings mache, braucht es mitunter 700 Bilder, aus denen ich mir dann eines als Inspiration für ein Porträt heraus suche."

Etwa 700 Werke sind es auch jährlich, die Künstler für den Heise Kunstpreis und die Schau in Dessau-Roßlau einreichen. Die Ausstellung in der Alten Feuerwache in Dessau ist ab Mittwoch für 14 Tage zu sehen. Seit 2017 bewirbt sich Geilhof und konnte in den vergangenen beiden Jahren immer eines ihrer Bilder unter den bis zu 60 ausgestellten Arbeiten platzieren. Zudem landete immer eines ihrer Porträts im zwölf Bilder umfassenden Heise-Kunstkalender.

"Der inzwischen leider verstorbene Malzhaus-Galerist Peter Hochel hat mich zum Ausstellen animiert" erinnert sich Geilhof. Als es in einer Schau des Kunstvereins 2015 um Porträts ging, war auch sie gefragt. "Peter haben meine Arbeiten gut gefallen. Ich wurde Mitglied im Kunstverein und durfte mit ausstellen", erzählt sie. Ein Jahr später nahm sie nicht nur an der Kubo-Show in Nordrhein-Westfalen teil, ihr Bild zierte sogar das Cover des Ausstellungskataloges.

"Ich bin auf dem Weg", schätzt die 47-Jährige sich also ein. Als große Künstlerin sieht sich die Autodidaktin allerdings nicht. "Malen ist meine Leidenschaft und ich bin meinem Vati so dankbar, dass er mir den Weg gewiesen hat." Egal ob Drybrush oder klassische Ölmalerei, Porträts beziehungsweise Landschafts- oder Städtemalerei - Auftraggeber lieben ihre Bilder. Zunehmende Werksverkäufe auf großen Ausstellungen zeigen zudem, dass ihr Talent auch bei Kunstkennern gefragt ist. Oder wie es Feiler ausdrückt: "Du bist etwas Besonderes. Geh deinen Weg und lass dich nicht verbiegen."

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