Portugiesischer Wirt eröffnet im Stadtpark ein Steakhaus

Mitte September wird in die Parktheater-Gaststätte neues Leben einziehen. Für seine Spezialität braucht der Chef ganz besondere Fingerfertigkeit.

Plauen.

Generationen von Hobbyköchen sind an dieser Frage schier verzweifelt: Wie sehe ich es dem Steak von außen an, ob es medium ist, englisch oder gut durch? José Manuel de Freitas Gomes, neuer Wirt der Parktheatergaststätte, kennt die Lösung: "Einfach mit der Kuppe seines Mittelfingers gegen den Ballen des Daumens drücken", rät der 55-jährige Portugiese. So fest, wie man an dieser Stelle den Ballen eindrücken kann, so fest muss sich auch das Stück Fleisch anfühlen, wenn es medium ist." Wenn man es englisch will, verwendet man statt dessen den Ringfinger und bei "well done", also richtig durch, den Zeigefinger. Genau dann nimmt man das Fleisch aus der Pfanne.

Wobei Gomes dafür eigentlich gar keine Pfanne verwendet. Sondern einen Grill. Und zwar keinen x-beliebigen aus dem Baumarkt. "Er erhitzt das Fleisch auf 800 Grad", sagt der 55-Jährige. "Das ist wichtig, damit das Rindersteak an der Oberfläche karamelisiert." Nur dann hat der Gast den wahren Geschmack auf dem Teller. Doch der Grill lässt länger auf sich warten als gedacht. Deshalb kann Gomes sein Restaurant Fazendinha auch nicht wie geplant in einer Woche eröffnen. "Es wird wohl statt dessen der 20. September werden", schätzt er. Denn auch der Rest der Küchengeräte ist noch nicht da. Das muss alles noch eingebaut und getestet werden. So richtig schmeckt dem neuen Wirt die Verzögerung nicht. Immerhin finden Anfang September noch einige Veranstaltungen im Parktheater statt. An denen wird Gomes nun nichts verdienen. Er zuckt mit den Schultern. "Schade, aber das ist nun mal nicht zu ändern." Vielleicht hält sich das schöne Wetter ja noch eine Weile und er kann auf die Veranda zumindest noch Tische stellen.

Gomes geht so oder so davon aus, dass sich das Restaurant am Rande des Stadtparks rechnet. Einschätzen kann er so etwas durchaus. Immerhin ist er seit vielen Jahren in der Gastronomie tätig und hat sein Handwerk in der Schweiz gründlich gelernt. Später arbeitete er in einem Hamburger Steakhaus. "Hier in der Region bin ich seit 2001", erzählt er. Er leitete zehn Jahre lang ein Eiscafé in der Plauener Stadt-Galerie und zuletzt eines im Globus in Weischlitz. "Ich lebe sehr gern im Vogtland", sagt Gomes.

Nur in einem Punkt, da weichen sein Vorstellungen von denen der Vogtländer ab: bei der Soße. "Hier wird gern sehr viel davon verwendet", sagt er. "Aber ich finde, Fleisch sollte nach Fleisch schmecken und nicht nach Soße." Deshalb werden seine Rindersteaks ohne serviert. Gomes: "Obendrauf kommt nur ein wenig Kräuterbutter. Das reicht."

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