Private Waldbesitzer rücken Borkenkäfer zu Leibe

Durch den Borkenkäfer verursachte Waldschäden standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung in Dehles. Dabei wurde den Betroffenen Hilfe angeboten.

Dehles/Ruderitz.

Gemeinsam mit seinen Helfern steht Uwe Schneider am Steilhang eines Waldstückes bei Ruderitz. Per Seilwinde ziehen die Männer eine stattliche Fichte nach oben. Das Manöver bezeichnen sie als "chirurgischen Eingriff". Wegen Borkenkäferbefalls mussten einige stattliche Bäume auf der etwa drei Hektar großen Fläche gefällt werden. Dabei achteten die Waldarbeiter darauf, dass die jungen Bäume möglichst geschont werden. "In den vergangenen Jahren hat sich der Borkenkäfer bei uns weiter ausgebreitet", blickt der Waldbesitzer zurück. Schuld daran sei das immer extremer werdende Wetter mit Stürmen und trockenen Sommern. Am Dienstag war der Landwirt bei einer vom Sachsenforst initiierten Infoveranstaltung rund ums Thema Waldschäden und Aufforstung dabei. Rund 100 Waldbesitzer aus der Region folgten der Einladung in Räume der Milchwirtschaft Dehles.

Revierförster Thomas Liebetrau fasste die aktuelle Situation so zusammen: "Vier Monate Afrika sind nicht gut für die Fichte." Bis zu drei Generationen habe die Borkenkäfer-Population in diesem Sommer hervorgebracht, informierte der Leiter des Forstreviers Oelsnitz. Normal wäre eine Generation. Diese Entwicklung sei durch Sturmschäden noch begünstigt worden. "Die Insekten bevorzugen liegendes Holz." Laut Liebetrau sind rund 8000 Festmeter Holz in den Revieren Oelsnitz und Mehltheuer betroffen. Das hat Folgen für die Waldwirtschaft, weiß der Sachsenforst-Mitarbeiter. "Die Preise für Holz sind um 25 Prozent eingebrochen." Jens Metzner von der Waldbesitzer-Vereinigung Plauen-Vogtland bot den von Waldschäden Betroffenen bei der Vermarktung Hilfe an. "Gemeinsam können wir strukturelle Probleme besser lösen." Man habe gute Kontakte zu Sägewerken. Durch gezielte Bündelung von Holzmengen könne ein besserer Preis erzielt werden.

Ein weiterer Themenschwerpunkt drehte sich um die Aufforstung und den damit verbundenen Waldumbau. Auf bestimmte Baumarten wie die Douglasie gibt es bis zu 75 Prozent Förderung, erfuhren die Anwesenden. Allerdings müssten die Antragsteller einen langen Atem haben. Liebetrau sprach von einem "anstrengendes Prozedere". Metzner wurde noch deutlicher. "Waldbesitzer haben keine Lobby." Er forderte unbürokratische Förderverfahren ähnlich wie in der Landwirtschaft. Vermisst wurde an diesem Abend ein Vertreter aus der Politik.

Eine weitere Veranstaltung rund um den Borkenkäfer findet für Waldbesitzer am Freitag, 16. November, 18 Uhr, in Langenbach im Gasthof Quelle statt.

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