Privatgrundstück unterbricht Radweg

Wieder Ärger mit dem noch nicht fertiggestellten Elsterradweg: Ein Abschnitt in Plauen sorgt für neuen Frust.

Alles schick für den Radweg in Altchrieschwitz, weiß Klaus Gerber. Nur genutzt werden kann die Trasse von da aus zurzeit nicht.

Von Florian Wißgott

Zahlreiche Plauener und Vogtländer nutzten ihn seit Jahren: Den Weg von der Hammerbrücke bis zur Friesenbrücke als Teil des Elsterradweges. Auch wenn der offizielle Fuß- und Radweg kurz nach dem Hammerplatz im Grünen endet, gelangte man doch recht leicht bis zur Weißen Elster, an der die Strecke wieder auf öffentlichem Boden verläuft. Das Problem waren die wenigen hundert Meter, die sich im privaten Besitz befinden.

Bisher konnte man einen Trampelpfad auf einer kleinen Wiese zwischen Hammerstraße und Gewerbebetrieben nutzen. Daran schließt sich eine asphaltierte Fläche an, auf der sich auch Parkmöglichkeiten für Autos fanden. Doch die Zufahrt zu dem Bereich bei der Hammerbrücke wurde nun mit Zaun und Tor verschlossen.

Der Grundstückseigentümer will sich zu Gründen, warum er dem bisher geduldeten Fuß- und Radverkehr einen Riegel vorgeschoben hat, nicht äußern. Informationen der "Freien Presse" zufolge sind zwei Ursachen im Spiel: Zum einen sollen Unbekannte Grünschnitt illegal auf einem Komposthaufen im Gelände entsorgt haben. Zum anderen seien Versicherungsfragen ungeklärt. Die Plauener Stadtverwaltung war zu einer Stellungnahme nicht bereit und verwies an den Vogtlandkreis, in dessen Regie Planung und Bau des Elsterradweges liegen. Das Landratsamt gab zur Sachlage ebenfalls keine Auskunft. Es verwies nur darauf, dass nach Fertigstellung des Radweges eine öffentliche Widmung für die Anbindung an die Hammerstraße - also auch des aktuell verschlossenen Teilstücks - beabsichtigt sei. Erst damit werden dann die rechtlichen Voraussetzungen zur öffentlichen Nutzung geschaffen, so Dietmar Rentzsch, Leiter des Kreisamtes für Straßenunterhalt.

Aufgrund der bisherigen Gewohnheiten ist die Verwunderung über die Sperrung bei Radfahrern wie Klaus Gerber (Grüne) groß: "Das eine Problem ist endlich gelöst, schon ist ein neues da", sagt Gerber, der als sachkundiger Einwohner in einem Ausschuss des Stadtrates mitarbeitet. Was er damit meint: Bisher hieß es immer, dass der Radweg auf der Trasse nicht verlaufen könne, da zwischen dem Fundament der Bahnbrücke über die Elster und dem Fluss zu wenig Platz sei, um Normen für die Radweg-Breite zu erfüllen. Im Zuge des Brückenneubaus war das aber bereinigt worden. "Sogar so großflächig, dass jetzt ein Unimog durchfahren kann", weiß Gerber. Nur: Das nutzt im Moment wenig. Aktuell führt die Strecke über die Streichhölzerbrücke auf den Alten Postweg nach Alt-Chrieschwitz. Die attraktivere, flussnahe Linie verläuft vom Hammerplatz stromabwärts auf dem Elsterdamm, unter der Hammerbrücke hindurch auf dem alten Pfad bis zum Friesenweg in Alt-Chrieschwitz, teilte das Landratsamt mit. Der Baubeginn sei abhängig vom Fortgang des Genehmigungsverfahrens, sagt Amtsleiter Rentzsch. Mit der Planung ist das Plauener Ingenieurbüro Bräunel beauftragt, das noch 2018 den Entwurf fertigstellen soll. Mittel für den Radwegbau sollen im Doppelhaushalt 2019/20 eingeplant werden.

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