Probleme auf dem Schlossberg: Alte Mauer in schlechtem Zustand

Anfang kommenden Jahres soll die Berufsakademie in das ehemalige Amtsgericht einziehen - später als geplant. Doch die wahren Sorgen liegen woanders.

Plauen.

Auf den Gerüsten an der Mauer des ehemaligen Plauener Schlosses schwingt keiner mehr den Hammer oder greift zur Wasserwaage. Von der Mitarbeitern der Firma, die dort vor Kurzem noch an den mittelalterlichen Wänden arbeiteten, ist niemand zu sehen. Ihre Aufgabe war es, die poröse Ruine zu stabilisieren, damit die Mauer in das künftige Mehrzweckgebäude der Studienakademie integriert werden kann.

Doch der Zustand der Wand ist offenbar schlechter als erwartet. "Der Bestand entspricht nicht dem Befund des Mauerwerksgutachtens", sagt Tobias Lorenz. Er ist beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für die Arbeiten auf dem Plauener Schlossberg zuständig. Wie es dort jetzt weitergeht, steht offenbar noch nicht fest. "Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise diskutiert", so Lorenz.

Wann das neue Mehrzweckgebäude der Akademie fertig wird, ist damit völlig unklar. "Jetzt müssen erst mal die Statiker, die Denkmalschützer und alle anderen Beteiligten an einen Tisch", sagt der Leiter der Berufsakademie, Professor Lutz Neumann. Die Idee, mittelalterliche und neue Mauern ineinander übergehen zu lassen, findet er immer noch toll. Und er hofft, dass es dabei bleiben kann. "Der Kostenrahmen darf natürlich nicht gesprengt werden", schränkt er ein. Neumann bleibt aber optimistisch - auch, was die Zeit angeht: "Bis 2020 sind wir mit der Berufsakademie komplett auf den Schlossberg gezogen."

Los gehen soll der Umzug aber schon deutlich früher. Neumann rechnet mit Ende Januar, Anfang Februar 2019. Das ist zwar später als geplant. Ursprünglich sollten die Kartons schon im Herbst gepackt werden. Doch mit dieser Verzögerung kann Lutz Neumann durchaus leben. Laut Sächsischem Immobilien- und Baumanagement sei die Verschiebung nicht zu vermeiden gewesen. "Der Zeitplan für die Maßnahme musste aus verschiedensten Gründen überarbeitet werden", sagt Projektleiter Tobias Lorenz. Ein Grund seien Mehraufwendungen im Bereich der Abdichtungs- und Trockenlegungs- und Rohbaumaßnahmen.

Offenbar hätte es aber schlimmer kommen können. Laut Staatsbetrieb konnte man die meisten der zusätzlichen Arbeiten in den Terminplan integrieren. Deshalb laufen die Arbeiten im ehemaligen Amtsgericht auf Hochtouren. Die ehemalige Justizeinrichtung wird zum Seminargebäude umgebaut. In den unteren Stockwerken sind bereits die Laboreinrichtungen an Ort und Stelle. Die ersten Kacheln sind schon an den Wänden der Toiletten und die Arbeiter sind bereits dabei, Estrich zu legen.

Dennoch: Die höheren Aufwendungen haben auch zu höheren Kosten geführt. Die ursprünglich geplanten 20 Millionen Euro sind mittlerweile auf rund 25Millionen Euro geklettert. Das Ende der Fahnenstange muss das noch lange nicht sein. Denn wie es mit den mittelalterlichen Mauern für das Mehrzweckgebäude weitergeht, steht noch in den Sternen.

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