Rathausturm: Eintrittsgeld erregt Unmut

Plauenerin hakt nach: OB speist sie mit zwei Euro ab

Plauen.

Posse um den Plauener Rathausturm: Weshalb eigentlich am Denkmalstag, der am morgigen Sonntag stattfindet, Eintrittsgeld für dessen Besteigung verlangt wird, wollte eine Plauenerin (Name ist der Redaktion bekannt) jetzt von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) wissen. Statt ihr eine befriedigende Antwort zu geben, habe der OB der Rentnerin ausrichten lassen, dass er für sie zwei Euro hinterlegt habe - so viel, wie der Eintritt kostet. "Das finde ich beschämend", sagt die Frau, die sich für den Denkmaltag ehrenamtlich engagiert.

Sie könne sich die Gebühr leisten, sagt sie: "Aber was ist mit Familien, wenn selbst die Kinder zahlen müssen?", fragt die Frau. Sie ist nicht die Einzige, die sich ärgert. "Mich sprechen jedes Jahr Leute auf das Thema an", sagt Renate Wünsche vom Komturhofverein. Das Argument der Personalkosten, das die Stadt für den Eintritt ins Feld führt, lässt sie nicht gelten: Andere Institutionen öffnen am Denkmaltag ebenfalls ohne Entgelt - mithilfe von Ehrenamtlichen. Im Kulturausschuss der Stadt hatte sie das Problem zur Sprache gebracht.


Unterdessen stellt der OB klar: Der Turm sei wegen des gleichzeitig stattfindenden Stadtfestes geöffnet. Es falle zufällig mit dem Denkmaltag zusammen. Da dieser generell kostenlos ist, sei die Verwirrung nachvollziehbar, so Oberdorfer. "Es ist schade, dass dies zu Unmut geführt hat", sagt er. Die Plauenerin hat sich die zwei Euro übrigens abgeholt: "Das Geld will ich einem Verein zukommen lassen - und dem OB dafür eine Spendenquittung ausstellen", sagt sie. (sasch)

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