Raus aus dem Landtag: Vier Abgeordnete orientieren sich neu

Vier Vogtländer scheiden aus dem sächsischen Parlament aus. Übergangsgeld bekommt nur einer von ihnen längere Zeit.

Plauen.

Durch die Landtagswahl haben die Vogtländer Frank Heidan (CDU), Juliane Pfeil-Zabel (SPD), Janina Pfau (Linke) und Gunter Wild (Die blaue Partei, vorher AfD) ihre Mandate in Sachsens Parlament verloren. "Freie Presse" hat nachgefragt, was die vier nach diesem Einschnitt beruflich und politisch vorhaben.

Frank Heidan (61) muss sich beruflich keine Gedanken machen: Als Inhaber einer Baufirma kann er sich nun wieder voll dieser Aufgabe widmen. "Von politischer Führungsverantwortung sehe ich aber erst mal ab", bekräftigt er seine Entscheidung von kurz nach der Wahl. "Jetzt sind Jüngere dran." Damit meint er seinen bisherigen Stellvertreter Jörg Schmidt, der in der heutigen Mitgliederversammlung voraussichtlich sein Nachfolger an der Spitze des Plauener CDU-Staddtverbandes wird.

Aktiv bleiben will Heidan in der CDU-Mittelstandsvereinigung, in der er stellvertretender Landesvorsitzende und Vize-Kreischef ist: "Die wollen mich behalten." Heidan saß 15 Jahre im Landtag und hat damit Anspruch auf 15 Monate Übergangsgeld. Dieses entspricht der aktuellen Grundentschädigung in Höhe von monatlich knapp 6000 Euro (vor Steuern), andere Einkünfte werden angerechnet. Der CDU-Mann hat als einziger der ausscheidenden Abgeordneten zudem Anspruch auf Altersentschädigung (ab 67) erworben - die gibt es ab zehn Jahren im Landtag.

Die anderen drei scheidenden Vogtländer haben nach fünf Jahren Anspruch auf je fünf Monate Übergangsgeld. Janina Pfau (35, Die Linke) meint: "Es ist nicht so schwierig, was Neues zu finden - ich habe einige Angebote." Sie hat Soziologie und Geschichte studiert und einen Magister in Politikwissenschaften erworben. Auf jeden Fall will sie im Vogtland bleiben: "Ich bin halt vom Dorf", sagt die Mechelgrünerin. Derzeit ist sie Kreisvorsitzende, sitzt im Kreistag und im Gemeinderat Neuensalz - alles ehrenamtlich: "Ich mache gern Kommunalpolitik." Sie klebe nicht an Funktionen, mache gern den Weg frei, wenn dies gewünscht werde. Vorzuwerfen habe sie sich nichts - viele "überzeugte Antifaschisten" hätten diesmal CDU gewählt, nur um die AfD zu verhindern. Dadurch sei die Linke aufgerieben worden. Trotzdem habe der Verlust des Mandats sie "völlig unerwartet" getroffen, gesteht Pfau.

SPD-Frau Juliane Pfeil-Zabel hat noch nicht entschieden, ob sie nach Dresden geht oder in der Region bleibt, sie habe "paar Optionen". Derzeit verbringe sie viel Zeit mit ihren beiden Kindern, die im Wahlkampf zu kurz kamen. Die SPD müsse prinzipiell über ihre Rolle als kleinerer Partner der CDU nachdenken, empfiehlt sie ihrer Partei. Pfeil-Zabel ist zur Vorsitzenden der Plauener Fraktion aus SPD, Grünen und Initiative Plauen gewählt worden, außerdem führt sie den SPD-Ortsverein.

Der Lengenfelder Gunter Wild (61) zog 2014 für die AfD in den Landtag ein, wechselte dann in Frauke Petrys Blaue Partei. Er äußert sich nur knapp: Ob er sich weiter politisch engagiere, sei offen. Und natürlich wolle er zurück ins Berufsleben, so der Versicherungsfachmann.

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