Rekordsumme in Straßenbau gesteckt

Landrat Keil zieht Fazit der Kreistags-Periode. Seit 2014 wurde trotz Sparkurs kräftig gebaut. Manches lief gut, anderes nicht.

Plauen.

In den Jahren 2014 bis 2018 hat der Vogtlandkreis 41,6 Millionen Euro in den Straßenbau gesteckt. "Das war so viel wie noch nie", sagte Landrat Rolf Keil (CDU), der in der 33. und letzten Sitzung des seit 2014 amtierenden Kreistages ein durchwachsenes Fazit zog. Die größte Jahressumme floss 2018: Da betrug die Straßenbau-Summe laut Keil 15,7 Millionen Euro.

Noch mehr Geld gab der Kreis für den Neubau des Landratsamtes in Plauen aus, nach offiziellen Angaben 49,6 Millionen Euro. "Wir gönnen es der Stadt Plauen", sagte der Landrat und schränkte ein: "Zumindest ich." Langfristig sei mit dem modernen Behördenbau eine Kosteneinsparung verbunden.


Apropos Kosten: Der Kreistag, dessen Amtszeit jetzt endet, hat mit seinem 2016 beschlossenen Sparpaket innerhalb von zwei Jahren die Ausgaben um 7,4 Millionen Euro reduziert. Der größere Teil ist indes noch mit dem Haushalt 2019/20 zu stemmen. Keil bezifferte die Sparsumme auf 13,6 Millionen Euro. Angesichts einer finanziellen Schieflage war der Vogtlandkreis 2016 zu harten Einschnitten gezwungen.

Was sonst noch passierte seit 2014: Mit einem Rückholsystem begann der Kreis, in den 1990er Jahren abgewanderte Vogtländer zurückzuholen. Inzwischen gebe es genug Arbeitsplätze. Die Kommunen Reichenbach und Mylau gingen zusammen, Gebietsänderungen gab es auch für Weischlitz und Reuth, zählte der Landrat auf. Die nach Schließung von Außenstellen in Plauen konzentrierte Kfz-Zulassungsstelle des Kreises funktioniere gut. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt nach Keils Aussage 20 Minuten.

Weniger gut läuft es mit Einführung der einheitlichen Abfallwirtschaft. "Leider wurde das moderne System des Landkreises Auerbach nicht übernommen", blickte Keil auf falsche Weichenstellungen im Gründungsjahr des Vogtlandkreises 1996 zurück. Statt der erst jetzt eingeführten Transponder-Chips hielt der Vogtlandkreis am veralteten Banderolensystem fest.

Das seit Monaten anhaltende Durcheinander mit Adressen der genervten Müllgebührenzahler begründete der Landrat mit einer schlechten Datengrundlage. Korrekte Daten habe das Finanzamt, doch die Kreisbehörde habe sie aus Datenschutzgründen nicht erhalten.

33 Kreistags-, 200 Ausschuss- und 107 sonstige Sitzungen gab es seit 2014. Der Kreistag fällte 485 Beschlüsse, die Ausschüsse 568. Rolf Keil dankte allen Abgeordneten und den sachkundigen Einwohnern für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

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