Reuther Kirche erhält Epitaph

In Reuth gab es am Sonntag anlässlich des 150. Kirchweih-Jubiläums gleich mehrere Höhepunkte. Besondere Gäste fanden den Weg ins Gotteshaus. Die Reuther würdigten dies mit einer voll besetzten Kirche.

Reuth.

Die Kirche in der Dorfmitte von Reuth gilt mit 150 Jahren als jung. "Es ist aber auch die dritte Kirche im Ort", berichtete Sabine Stepper, die Reuther Pfarrerin, zu Beginn des Festgottesdienstes am Sonntag aus der Historie. Einst hatte es eine kleine Kapelle am sogenannten Dreieck gegeben, danach ein Gotteshaus aus Fachwerk, das auch als Wehrkirche genutzt wurde. Als letztere vor rund 150 Jahren abgerissen wurde, ging auch eine Gedenktafel verloren.

Seit Sonntag hat die Reuther Kirche wieder ein Epitaph, eine Tafel, die an Verstorbene erinnert. Voriges Jahr zur 600-Jahrfeier von Reuth war Jörg von Schönfels schon einmal im Ort seiner Vorfahren zu Besuch. Damals trug er beim Heimatabend die Idee vor, eine Grabtafel mit dem Wappen sowie den Namen und Lebensdaten derjenigen Familienmitglieder zu stiften, die in Reuth beerdigt wurden. Die Gräber der Familie befinden sich heute unter dem Gotteshaus, in einer Gruft unter dem Altarraum, sodass in Reuth nichts Sichtbares mehr an die Familie von Schönfels erinnerte. Jetzt hängt an der linken Seite des Kirchenschiffes, wo sich einst im alten Gotteshaus das ursprüngliche Kirchengestühls der Familie von Schönfels befand, das Epitaph mit den zwölf Namen, angefangen von Hans Georg II. von Schönfels, der im 17. Jahrhundert Herr auf Reuth und Thoßfell war, bis hin zu Carl Heinrich August von Schönfels, der Herr auf Reuth, Rodau, Rodersdorf, Toberitz, Ruppertsgrün und Beiersdorf sowie Erbauer des neuen Schlosses zu Reuth um 1800 war. Als letzter Name ist Melitta von Schönfels zu lesen, die am 10. November 1836 geboren wurde und am 11. November 1837 starb.

"Ich habe meine Kindheit in Reuth verbracht", sagte Jörg von Schönfels. "Es ist eine große Freude für die gesamte Familie, hier zu sein." Dass die Reuther die Familie, die jetzt in Fulda lebt, eingeladen habe, zeige, dass das Interesse an der Dorfgeschichte da ist. "Es ist für uns berührend, dass mit dem Epitaph an unsere Vorfahren erinnert wird." Vor der Gedenktafel brannte am Sonntag eine Kerze im Leuchter, beides hatte ebenso die adlige Familie mitgebracht. "Wir danken für die Ehrung der Toten, die uns nahe sind."

Pfarrer Christian Bilz, der die Predigt hielt, war ein weiterer besonderer Gast zum Kirchweihjubiläum, denn er war in den 1990er-Jahren Pfarrer in Reuth. Steffen Raab, Bürgermeister von Weischlitz, sagte, dass der christliche Glaube eine gute Basis für ein Miteinander sei. Die Kirchgemeinde Reuth habe viel Anstrengung unternommen, ihr Gotteshaus zu sanieren. "Es freut mich, wenn ich die Gemeinderäte überzeugen kann, den Kirchen eine kleine finanzielle Unterstützung zu geben", so Raab. Am Reuther Gotteshaus wird derzeit am Dach gebaut. Etwa 13.700 Euro werden gebraucht, so Pfarrerin Stepper. Mehr als 5000 Euro wurden bereits gesammelt. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir das restliche Geld auch noch zusammenbringen."

Den festlichen Rahmen gab dem Gottesdienst auch der Reuther Kirchenchor. Er wurde vor 25 Jahren von Doreen Herbst gegründet. Heute ist Ute Henke aus Mißlareuth die Leiterin. Ihnen, den Sängern und Sängerinnen dankte die Pfarrerin, die auch selbst mitsingt: "Ein Kirchenchor kann manchmal wirkungsvoller sein als eine Predigt."

Am Samstag, 14. Dezember, wird um 17 Uhr in die Reuther Kirche zum Adventskonzert "Gloria In Excelsis deo" mit Musik für Orgel, Trompete, Geige und Gesang eingeladen.

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