Rosenbachs Kapitän hat die Brücke verlassen

Achim Schulz ist jetzt offiziell Bürgermeister a. D. Er freut sich auf den Ruhestand. Seinem Nachfolger gab er die Schlüssel - und einen Rat.

Rosenbach.

Einen Satz hat Achim Schulz laut Aussage des Rosenbacher Verwaltungsleiters Heiko Winkler in den vergangenen Wochen angeblich besonders oft gehört: "Es wird dich zwar nicht mehr interessieren, aber..." Doch erst jetzt stimmt es wirklich. Donnerstagabend wurde aus dem Rosenbacher Bürgermeister ein Bürgermeister a.D. Damit hat einer der dienstältesten Rathauschefs des Vogtlands die Kommandobrücke verlassen. Sieben Jahre war der FDP-Kommunalpolitiker hauptamtlicher Bürgermeister von Rosenbach. Zuvor betreute er das früher eigenständige Syrau und zeitweise auch Kauschwitz. 24 Jahre als Bürgermeister kommen insgesamt zusammen.

Bei der Feier im Schloss Leubnitz lobten die Redner vor allem die Volksnähe des scheidenden Bürgermeisters. Er sei ein Brückenbauer im wahrsten Sinne des Wortes gewesen. Auch sein Diensteifer wurde hervorgehoben. "So gut wie alle Gemeinderatssitzungen hast du selbst geleitet, den älteren Bürgern gratuliert - für deine Stellvertreter gab es eigentlich kaum etwas zu tun", sagte Gemeinderat Bernd Freund schmunzelnd. Dies betraf vor allem ihn selbst, denn Freund ist erster Stellvertretender Bürgermeister von Rosenbach. Ganz Friede, Freude, Eierkuchen herrschte trotzdem nicht im Weißen Saal des Leubnitzer Schlosses. Immerhin war Schulz vor allem zu Beginn seiner Amtszeit als Rosenbacher Ortschef mit seinem Gemeinderat schon auch Mal über Kreuz gelegen. Freund erinnerte daran auf hintergründige und humorvolle Art und Weise, als er dem scheidenden Bürgermeister einen Apfelbaum schenkte. Freund: "Immer wenn Du im Herbst in den sauren Apfel beißt, wirst Du an Deinen Gemeinderat denken." Schulz trug es mit Fassung. Immerhin gilt der frühere Rosenbacher Bürgermeister selbst als Meister der fein verpackten Kritik.

"Ich wurde oft gefragt, ob ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Amt scheide", sagte Schulz selbst. "Jetzt kann ich es ja sagen: Nein, es waren zwei lachende Augen." Dennoch falle es ihm plötzlich schwer, seine Schlüssel an Nachfolger Michael Frisch zu übergeben. Außer den Schüsseln gab er Frisch aber auch noch einen Rat mit auf den Weg: "Kommuniziere immer deine Wege und Ziele", sagte Schulz. Und ergänzte: "Das habe ich selbst vielleicht manchmal ungeschickt gemacht. Mach' Du es besser!"

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